Israel gedenkt des Holocaust-Tages | Richtlinie | DW

An diesem Donnerstag (28.4.2022) wird das Leben in ganz Israel für zwei Minuten unter dem Klang von Sirenen zum Gedenken an den Holocaust-Tag in Erinnerung an die sechs Millionen Juden, die im Zweiten Weltkrieg Opfer des Nationalsozialismus wurden, gelähmt. Wie jedes Jahr und am Holocaust-Gedenktag werden die normalerweise zur Warnung vor Luftangriffen verwendeten Sirenen um 10:00 Uhr (09:00 Uhr MEZ) aktiviert und ertönen 120 Sekunden lang.

Damals schwiegen die Israeliten auf den Straßen, auf den Balkonen ihrer Häuser und in den Türen von Geschäften und Büros. Der Fahrer stieg aus seinem Auto und der Bus hielt an. Auch Schülerinnen und Schüler aller Schulen und Universitäten beobachteten diese zwei Minuten der Reflexion. Nach offiziellen Angaben leben derzeit 161.400 Holocaust-Überlebende in Israel.

Premierminister Naftali Bennett und seine Frau bei einer der Gedenkfeiern.

Premierminister Naftali Bennett und seine Frau bei einer der Gedenkfeiern.

Alle Fernseh- und Radiosender strahlen seit Mittwochabend Zeugenaussagen, Dokumentationen und Filme über den Völkermord aus. Während einer Zeremonie in der Shoah-Gedenkstätte in Jerusalem, Yad Vashem, sagte der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett am Mittwoch, dass „kein Ereignis, egal wie grausam, mit dem Holocaust vergleichbar ist“. „Der Holocaust ist der endgültige und absolute Ausdruck von Jahrtausenden Antisemitismus“, fügte er hinzu. Bei der Zeremonie entzünden Shoah-Überlebende sechs Fackeln zum Gedenken an die sechs Millionen von den Nazis massakrierten Juden.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas sagte am Mittwoch bei einem Besuch im israelischen Parlament in Jerusalem, dass „die Verantwortung Deutschlands“ im Kampf gegen Antisemitismus „noch nicht vorbei“ sei. „Ich neige mein Haupt in Demut und Scham vor den Opfern des Holocaust. „Wir dürfen nicht vergessen, und wir werden nicht vergessen. Aus unseren Fehlern erwächst unsere Verantwortung. Die Lehren aus dem Holocaust verlangen, dass wir den Aufstieg und die Ausbreitung des Antisemitismus niemals tolerieren“, schrieb Bas in das Goldene Buch der Knesset.

lgc (afp/efe)

Bärbel Bas, gestern bei einer Gedenkfeier am Holocaust-Mahnmal.

Bärbel Bas, gestern bei einer Gedenkfeier am Holocaust-Mahnmal.

Friederic Beck

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