Deutschland erwägt Kürzungen der öffentlichen Mittel für rechtsextreme Gruppen, während Meinungsumfragen die Partei auf Platz zwei der politischen Kräfte einstufen

Hunderttausende Deutsche gingen am Wochenende in allen Bundesländern auf die Straße, um gegen rechtsextreme Gruppen zu protestieren. Das Hauptziel des Protests ist Alternative für Deutschland (AfD)eine rechtspopulistische Partei, die sich auf die Opposition gegen die Europäische Union und die Einwanderung konzentriert und laut aktuellen Umfragen die Partei mit den zweitmeisten Stimmen auf Bundesebene und die erste in den östlichen Bundesländern wäre.

Die Regierung hat sich für diesen Widerstand eingesetzt und in Deutschland wird derzeit über eine mögliche Illegalisierung debattiert, doch alle Rechtsexperten sind sich einig, dass dieser Vorgang rechtlich sehr schwierig ist. Aufgrund der Leichtigkeit, mit der Hitler politische Parteien, die ihm im Weg standen, verbot, festigte das deutsche Recht nach 1945 das Existenzrecht dieser Parteien. Trotz relativ häufiger Verstöße gegen das Grundgesetz können solche Straftaten rechtlich nur ihren Mitgliedern, nicht aber der AfD als Partei zugeschrieben werden. Deshalb prüft „Ampel-Koalition“-Partner Olaf Scholz andere Strategien.

Die Sozialdemokratische Partei (SPD) und die Grünen erwägen die Möglichkeit, die AfD zu sanktionieren, indem sie die Zuflüsse von Staatsgeldern berechnen, die sie als Partei erhält. Diese Maßnahme liege zwar unter der Verbotsschwelle, sei aber seiner Meinung nach sehr effektiv.

Das im Grundgesetz vorgesehene Verfahren zum Ausschluss der Parteienfinanzierung sei „ein wichtiger Baustein für einen wehrhaften Staat, um die staatliche Förderung verfassungsfeindlicher Parteien deutlich zu reduzieren“, verteidigte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Johannes Fechner. Die Grünen sehen auch eine Kürzung der Staatsfinanzierung als mögliche Option, weisen jedoch darauf hin, dass auch hierfür „ernsthafte Voraussetzungen“ erforderlich seien. „Wie bei einem Parteiverbot muss das Verfassungsorgan rechtliche Maßnahmen sorgfältig prüfen und dabei die Einschätzung der Sicherheitsbehörden berücksichtigen“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, in einer Erklärung gegenüber dem Handelsblatt. .

Eine solche Aktion muss den Konsens der großen demokratischen Formation finden und die Realität ist, dass die CDU in der Opposition solchen Aktionen mit Skepsis gegenübersteht. Der Entzug staatlicher Mittel erforderte die Einstufung der Partei als verfassungswidrig, wie CDU-Fraktionschef Thorsten Frei erinnerte. Das bedeutet, dass das Bundesverfassungsgericht das Verfahren durchsetzen muss. „Ampeln sollten daher sorgfältig abwägen, ob ihre Gedankenspiele in der Praxis nicht der AfD nützen und zur weiteren Mobilisierung von Extremisten beitragen“, mahnte Frei, „es ist sinnlos, wenn gefährliche Rechtspopulisten sich als verantwortungslose Menschen darstellen.“ Opfer.“

Offenbarung

CSU-Chef, ein bayerischer Konservativer Markus SöderEr unterstützt die Idee, die öffentlichen Mittel für die AfD zu kürzen, obwohl er einräumt, dass dafür noch keine rechtlichen Möglichkeiten bestehen. In diesem Fall wartet die Regierungspartei auf eine Gerichtsentscheidung, die Klarheit schaffen kann. Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, die Parteifinanzierung einzufrieren, nachdem Reformen umgesetzt wurden, nachdem zwei gescheiterte Verfahren zum Verbot der Neonazi-Partei NPD im Jahr 2017 vor dem Bundesverfassungsgericht frustriert waren. Im Jahr 2019 haben Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung gemeinsam einen Antrag zum Ausschluss der NPD von der ausstehenden Landesförderung eingebracht, dessen Entscheidung das Gericht am morgigen Dienstag verkünden soll. „Dann wissen wir mehr über die konkreten Hindernisse für ein solches Vorgehen“, sagte der Sozialdemokrat Fechner.

Auslöser der Debatte um das AfD-Verbot waren die von „Correctiv“ veröffentlichten Enthüllungen über ein rechtsextremes Treffen, das am 25. November in Potsdam stattfand und bei dem AfD-Politiker sowie Mitglieder von CDU und Werteunion teilnahmen. Bei dem Treffen war von Massenabschiebungen ethnischer Ausländer die Rede, unabhängig davon, ob sie ein Aufenthaltsrecht hatten oder die deutsche Staatsbürgerschaft erworben hatten.

Der ehemalige Anführer der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, verteidigte bei dem Treffen seine These zur „Remigration“, die eine Form der Abschiebung auch unter Zwang bezeichnet. Im Anschluss an diese Veröffentlichung fanden Demonstrationen statt, die massive Unterstützung erhielten. In München musste der Protest am Sonntag abgesagt werden, weil zu viele Menschen anwesend waren – die Polizei spricht von etwa 100.000 Teilnehmern – und es keine Garantie für ihre Sicherheit gab.

Der Marsch verlief friedlich und verlief ohne Zwischenfälle. Allein in Dortmund hat am Sonntag eine Gruppe maskierter Männer einen 24-jährigen Blogger angegriffen. Die Polizei hat 13 Tatverdächtige festgenommen, von denen einige den Staatssicherheitsbehörden als Rechtsextremisten mit einschlägigen Vorstrafen bekannt sind. Einer der Täter stahl die Kamera eines jungen Mannes, der leichte Verletzungen davontrug. Die Staatssicherheitspolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Friederic Beck

"Would-be music lover. Writer. Enthusiastic beer connoisseur. Award-winning reader. Social Media Scientist. Hipster friendly food expert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert