Die CSU hat in Bayern ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 erzielt
Die rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland (AfD) war die zweitstärkste Kraft mit den meisten Stimmen bei den Landtagswahlen an diesem Sonntag in den deutschen Bundesländern Bayern und Hessen. Im letzteren Fall bot er der Christlich-Demokratischen Union (CDU) sogar eine Koalition an.
Hochrechnungen zufolge liegt die Christlich-Soziale Union (CSU), die Schwesterpartei der CDU, mit 36,4 Prozent der Wählerstimmen und 84 der 209 zu vergebenden Sitze klar an der Spitze in Bayern. Das konservative Lager verlor im Vergleich zur letzten Wahl 0,8 Punkte.
Den zweiten Platz belegte die AfD mit 16 Prozent, also 5,8 Punkten mehr, und 36 Sitzen, den dritten Platz belegten die Freien Wähler (FW) mit 15,3 Prozent und 34 Sitzen (+3,7 Punkte).
Dahinter liegen die Grünen mit 14,6 Prozent (-3 Punkte) und 33 Sitzen, die Sozialdemokratische Partei (SPD) mit 8 Prozent (-1,7) und 18 Sitzen sowie die Liberaldemokratische Partei (FDP), die es geschafft hat keine Unterstützung bekommen. Vertretung (2,9 Prozent).
CSU-Chef Markus Söder deutete die Möglichkeit einer Rückkehr zu einer Koalition mit FW an. „Bayern hat sich für Stabilität entschieden und die CSU hat diese Wahl klar gewonnen“, betonte er unter dem Protest seiner Anhänger, berichtete die ARD.
„Wir wollen weiterhin mit den Freien Wählern zusammenarbeiten, aber auf der Grundlage stabiler Wahlergebnisse“, fügte er hinzu. FW-Chef Hubert Aiwanger unterstützte die schnellen Verhandlungen der Regierung, um „in wenigen Tagen alles klar zu machen“.
Für die CSU war es das schlechteste Ergebnis seit 1950, obwohl ihr Generalsekretär Martin Huber im Wahlkampf „ganz besondere Umstände“ behauptete.
AFD-KOALITIONSANGEBOT
In Hessen gewann die CDU (34,6 Prozent, +7,6) und 52 Sitze, gefolgt von der AfD (18,5 Prozent, +5,4) und 28 Sitze. Weiter hinten liegt die SPD (15,1, -4,7) und mit 22 Plätzen ebenso die Grünen (14,8, -5). Platz fünf geht an die FDP (5 Prozent, -2,5) und 7 Sitze. Außerhalb der DPRD gibt es FW (3,5 Prozent) und La Izquierda (3,1 Prozent).
Der hessische AfD-Kandidat Robert Lambrou hat die Möglichkeit angeboten, eine Koalitionsregierung mit der CDU zu bilden, obwohl die Partei erklärt hatte, sie wolle sich nicht mit den Rechten einigen.
„Die AfD hat in Westdeutschland das beste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt“, betonte er in einer Erklärung der ARD. „Es könnte eine solide schwarz-blaue Mehrheit geben“, argumentierte er und bezog sich dabei auf die Hautfarbe beider Parteien. „Wir haben der CDU klar gesagt, dass wir bereit sind und diese Verantwortung übernehmen werden“, versicherte er.
Der CDU-Chef in Hessen, Boris Rhein, hat sich dafür entschieden, weiterhin zu regieren, möglicherweise mit seinem derzeitigen Partner, den Grünen, obwohl er auch eine Zusammenarbeit mit SPD und FDP angeboten hat. „Wir werden eine Regierung bilden, die sich auf die Gesellschaft konzentriert, im Zentrum des Landes, die Regierung im Zentrum“, erklärte er. Auch einen Deal mit der AfD lehnte er ab: „Das ist kein Brandschutz, das ist eine tiefe Spaltung. Die Werte dieser Partei entsprechen nicht den christdemokratischen Werten.“
Dieses Ergebnis festigt die AfD in den reichen Ländern der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland, während ihre bisher besten Ergebnisse in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bzw. Ostdeutschland erzielt wurden. Auf Bundesebene liegt die AfD laut Meinungsumfragen bei rund 20 Prozent der Stimmen.
Die nächsten Bundestagswahlen fanden in Thüringen, Sachsen und Brandenburg statt, allesamt Bundesländer der ehemaligen DDR. Meinungsumfragen gehen davon aus, dass die AfD mehr als 30 Prozent der Stimmen erreichen und andere Parteien deutlich hinter sich lassen wird.



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