Deutschland bemüht sich um Erleichterung der Einbürgerung von Arbeitnehmern | neueste Europa | DW

Deutschland will Einbürgerungsverfahren beschleunigen und die doppelte Staatsbürgerschaft legalisieren, um qualifizierte ausländische Arbeitskräfte anzuziehen, die für die Ankurbelung seiner Wirtschaft unerlässlich sind, so das von der Regierung am Mittwoch (7.9.2022) vorgestellte Projekt.

Personalengpässe sind in Europas größter Volkswirtschaft bereits zu spüren und bedrohen das Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren, sagen Experten. „Für viele Unternehmen ist die Suche nach guten Arbeitskräften eine existenzielle Frage“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil bei einem Gewerkschafts-Arbeitgeber-Seminar zu diesem Thema.

Von der Regierung vorbereitete Dokumente zeigen, dass sich Deutschland als „attraktives Einwanderungsland im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte“ zeigen müsse. Die allgemeinen Einwanderungsbedingungen müssten verbessert werden, damit „ausländische Fachkräfte und ihre Familien in Deutschland leben und arbeiten wollen“, fügte er hinzu.

Zu den untersuchten Maßnahmen gehören die „Berechtigung zur doppelten Staatsbürgerschaft und die Vereinfachung der Einbürgerung“. Ausländer können Deutsche „erst nach fünf Jahren Aufenthalt und drei Jahren bei sehr erfolgreicher Integration“ einbürgern.

Die grün-liberale Regierung von Olaf Scholz will das Projekt in den kommenden Monaten vorstellen. Um das Verfahren zu vereinfachen, schlagen Unternehmensvertreter vor, die Verpflichtung zur Überprüfung der Sprachkompetenz von Migranten abzuschaffen.

Das Land will auch mehr Frauen für den Eintritt in den Arbeitsmarkt motivieren und die Zahl der Kindertagesstätten ausbauen.

Mit einer alternden Bevölkerung braucht gerade Deutschland Personal, das in der Lage ist, den digitalen Wandel und die Energiewirtschaft zu gestalten. Laut Bundesagentur für Arbeit gab es im August 887.000 Stellenangebote, 108.000 mehr als im Vorjahr. (AFP)

Lora Kaiser

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