Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft wird einfacher

Die Regierung von Scholz will das Staatsbürgerschaftsrecht reformieren und die Einwanderungsbestimmungen lockern, um auf den Arbeitskräftemangel zu reagieren. Von acht Jahren bis zu fünf Jahren, in manchen Fällen sogar drei Jahren, wird es einfacher sein, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Derzeit dauert es acht Jahre, bis ein rechtmäßig ansässiger Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft erhält. Dank der Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes (Staatsangehörigkeitsrecht) schlug die Bundesinnenministerin Nancy Faeser vor, dass fünf Jahre ausreichen. Die Amtszeit verkürzt sich auf drei Jahre, wenn gute Absichten für die Integration vorliegen: gute Deutschkenntnisse, Studienerfolg, freiwilliges Engagement in Vereinsarbeit etc.

Laut Faeser stärkt die Einbürgerung die Integration: „Sie sollten das Recht haben, für öffentliche Ämter zu wählen und zu kandidieren, wofür die Staatsbürgerschaft Voraussetzung ist.“, betonte er vor dem Mikrofon Tagesspiegel. „Denn wer Deutscher sein will, sagt ja zum Leben in einer freien Gesellschaft, zur Achtung des Grundgesetzes, der Rechtsstaatlichkeit und der Gleichberechtigung von Mann und Frau.„.

Neben dieser Verkürzung der Einbürgerungsfrist bietet die Lockerung des Staatsbürgerschaftsrechts auch die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft: In Deutschland lebende Franzosen, Belgier oder Schweizer müssen für den Erhalt eines Reisepasses nicht mehr auf ihre Staatsbürgerschaft verzichten. Ebenso plant die Scholz-Regierung gezielt die Beseitigung von Sprachbarrieren für Generationen von „Gastarbeiter„ (Einwanderer, wörtlich „Gäste“) aus den 60er und 70er Jahren, einer Generation, die keinen Zugang zu Deutschunterricht hatte. Und schließlich Kinder, deren mindestens ein Elternteil seit mehr als fünf Jahren legal in Deutschland lebt und uneingeschränkte Rechte genießen Sie haben Ihren Wohnsitz und profitieren automatisch von der deutschen Staatsbürgerschaft.

Mangel an Arbeitskräften

Zudem würde eine schnellere Einbürgerung den Fachkräftemangel in Deutschland verringern. „Wir brauchen neue Regeln für all die großartigen Frauen und Männer, die dazu beigetragen haben, unsere Wirtschaft so stark zu machen„, sagte Olaf Scholz.

Die Regierung betonte die Bedeutung des sozialen Zusammenhalts: „Die Reform unseres Staatsbürgerschaftsrechts ist längst überfällig und stellt eine hervorragende Gelegenheit dar, unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Deshalb befassen wir uns jetzt damit.“, sagte Minister Faeser.

Die Opposition ihrerseits unterstützt die Reformen, die Teil dieser Regierungsvereinbarung sind, nicht: „Die Aushandlung der deutschen Staatsbürgerschaft fördert nicht die Integration, sondern hat das gegenteilige Ziel und wird zusätzliche Auswirkungen auf die illegale Migration haben„, sagte der Chef der CSU-Landesgruppe, Alexander Dobrindt, in der „Bild“-Zeitung.

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Lora Kaiser

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