Abschied von Franz Beckenbauer, Kaiser des deutschen und Weltfußballs

Italienischen Fans ist er vor allem als einer der Protagonisten im Halbfinale Italien-Deutschland in Mexiko 1970 in Erinnerung, dem legendären 4:3. Aber Franz Beckenbauer war mehr als nur ein sehr starker Fußballer, einer der besten seiner Generation. . Seine Silhouette gelangte vom Fußballplatz in die kollektive Vorstellungswelt als Synonym für Stärke, Anmut und Entschlossenheit. Diese Eigenschaften brachten ihm den Spitznamen Kaiser ein und machten ihn zu einer ewigen Fußballikone. .

Der lange erkrankte Beckenbauer verstarb am Sonntag, 7. Januar, im Alter von 78 Jahren. Die Familie äußerte sich wie folgt: „Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Franz Beckenbauer im Kreise seiner Familie friedlich im Schlaf gestorben ist. Wir bitten darum, dass wir in Ruhe trauern dürfen und jegliche Fragen vermeiden.“

Neues deutsches Symbol

Er wurde am 11. September 1945 in München geboren. Und fast ein halbes Jahrhundert lang war es auch ein Symbol für das neue Nachkriegsdeutschland. Als Sohn eines Postmeisters wuchs er im beliebten Stadtteil Obergiesing südlich der bayerischen Landeshauptstadt auf und entdeckte den Fußball beim SC 1906 München, bevor er 1964, als er noch keine 19 Jahre alt war, zum FC Bayern wechselte. Bei den Bayern verbrachte er die meiste Zeit seiner Karriere damit, die Rolle des Libero hinter der Abwehr auf originelle und neue Weise zu interpretieren, angefangen als Mittelfeldspieler. Gerade dieser Hang zum Spiel und seine angeborene Fußballintelligenz machten ihn zu einem der ersten Verteidiger, die sich an der Konstruktion des Manövers beteiligten: quasi ein Markenzeichen.

Palmares

Seine Bilanz wuchs von Jahr zu Jahr: Er gewann vier Meistertitel und ebenso viele deutsche Pokale, zwei Ballons d’Or (1972 und 1976 und war damit der erste Verteidiger, dem die begehrte Auszeichnung zweimal verliehen wurde) sowie drei Erfolge in Folge . im Champions Cup. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann er 1972 die Europameisterschaft und 1974 die Weltmeisterschaft im Münchner Olympiastadion. Nach ersten Auslandserfahrungen bei den New York Cosmos an der Seite von Pelé spielte er von 1980 bis 1982 für Hamburg, wo er eine weitere Meisterschaft gewann, bevor er seine Karriere erneut bei den Cosmos beendete.

Vom Feld auf die Bank

Vom Feld wechselte er auf die Bank. Und nachdem er als Spieler Weltmeister geworden war, wurde er 26 Jahre später, 1990, auch als Trainer Weltmeister, indem er auf der Bank der deutschen Nationalmannschaft saß, die im Finale in Rom Argentinien besiegte. Er wurde sowohl als Spieler als auch als Trainer der zweite Weltmeister nach dem Brasilianer Mario Zagallo, der 1958 und 1962 als Spieler und 1970 als Trainer Mitsieger der brasilianischen Nationalmannschaft war, und verstarb ironischerweise am 5. Januar. Als Vereinstrainer betreute er Olympique Marseille und Bayern München und gewann 1993–94 die deutsche Meisterschaft und 1995–96 den UEFA-Pokal.

Lora Kaiser

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