„Zwei Milliarden haben mich im Stich gelassen“

Ex-Torhüter Oliver Kahn.  Foto: Roland Krivec/DeFodi Bild über Getty Images

Ex-Torhüter Oliver Kahn. Foto: Roland Krivec/DeFodi Bild über Getty Images

Als Deutschlands Torhüter und Kapitän im WM-Finale 2002 das Tor verpasste, das Brasilien den Titel bescherte, sprach Oliver Kahn erneut über eine Krankheit, die ihn seit seiner aktiven Zeit als Spieler plagte: Depressionen. „Zwei Milliarden haben mich umgehauen“, sagte Kahn dem Tagesspiegel über das Spiel, das ihn die Chance auf den WM-Titel gekostet hatte.

Er sagte der Zeitung auch, dass er nach dem Finale 2002 eine besondere Stelle beim renommierten Psychiater Florian Holsboer angetreten habe. Der ehemalige Torhüter wurde von einem Psychiater betreut, um sich zu verbessern und neue Lebensperspektiven zu schaffen, um bei Ereignissen seiner Karriere besser abzuschneiden, wie dem Champions-League-Finale 1999, in dem Kahn Torhüter war, als Bayern München noch verantwortlich war. von Manchester United mit 2 zu 1 geschlagen, wobei zwei Tore in der Nachspielzeit erzielt wurden.

Lesen Sie auch:

Oliver Kahn, der für seine Karriere als Hitzkopf bekannt ist, sagt, die Behandlung seines Zustands habe ihm geholfen, besser mit Enttäuschungen umzugehen. Nach einem Fehler im Endspiel 2002 kehrte der Torhüter zur WM 2006 zurück, diesmal allerdings nur als Ersatz für Jens Lehmann. Wäre es ein paar Jahre zuvor gewesen, hätte der ehemalige Spieler gesagt, er würde in einen „Tunnel“ gehen, das Wort, das er verwendet, um seine depressiven Episoden zu definieren. Aber Kahn schaffte es, die Kraft zu sammeln, seine Teamkollegen in Deutschlands lukrativer WM-Kampagne zu unterstützen, und überraschte sich selbst.

Heute ist der Vorstandsvorsitzende von Bayern München, dem Team, für das er 14 Jahre lang gearbeitet und über 400 Spiele bestritten hat, Kahn hat in Fernsehsendungen, Dokumentationen und auch in einem Buch über Depressionen gesprochen. Seit Ende der 1990er-Jahre befindet sich der ehemalige Torhüter in Therapie und arbeitet daran, Spielern und anderen Fußballarbeitern Zugang zu psychologischer Versorgung zu verschaffen. Der FC Bayern München war einer der Pioniervereine, der sich um die psychische Gesundheit seiner Spieler kümmerte, sie ermutigte, sich Hilfe zu suchen, und ein breites Spektrum an qualifizierten Fachkräften zur Bewältigung der Situation anbot.

Ricarda Lange

"Zertifizierter Analyst. Hipster-freundlicher Entdecker. Beeraholic. Extremer Web-Wegbereiter. Unruhestifter."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert