Bei der Weltmeisterschaft 1974 traten dieselben Länder, getrennt durch eine Mauer und zwei Ideologien, in einem Fußballstadion gegeneinander an.
„Es hat den Feind getroffen. Triff den Feind dort, wo es am meisten weh tut. Viele Menschen sahen das damals so. „Wenn auf meinem Grabstein ‚Hamburg, 1974‘ stehen würde, wüsste jeder, wer darunter steht“, sagte Jürgen Sparwasser, Stürmer der Deutschen Demokratischen Partei und Schütze des einzigen Siegtors gegen Westdeutschland im historischen WM-Spiel 1974. Ja , bei dieser Weltmeisterschaft, so seltsam es im 21. Jahrhundert auch klingen mag, Deutschland spielte gegen Deutschland, ein Duell, das mit dem dritten Spieltag der Gruppe A zusammenfiel.
Weltmeisterschaft Russland 2018: Wann beginnt sie, Tickets, Kleinanzeigen, Stadien, Spiele und Gruppen
Elf Ostdeutsche standen auf der einen Seite und elf Westdeutsche auf der gegenüberliegenden Seite. Um dieses besondere Bild zu verstehen, muss man bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zurückgehen. Nach der Niederlage der Nazi-Armee spaltete sich das Land in zwei Blöcke: einen, angeführt von den Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien, mit einer kapitalistischen Wirtschaft; der andere wurde von der Sowjetunion geführt und hatte eine kommunistische Wirtschaft. Der Unterschied zwischen den beiden Positionen war so groß, dass sogar eine Mauer errichtet wurde, um die Hauptstadt Berlin zu teilen. Diese Periode der Geschichte wird auch als Kalter Krieg bezeichnet.
Was den Fußball angeht, Die beste Mannschaft mit den besten Spielern war der Westsektor, der das Turnier schließlich mit Persönlichkeiten wie Gerd Müller und Franz Beckenbauer gewann. Im Duell zwischen Deutschland ging der Sieg jedoch mit einem Ergebnis von 1 zu 0 an den Ostsektor. „Sparwassers Tor hat uns aufgeweckt. Ohne ihn hätten wir diese Weltmeisterschaft nie gewonnen“, sagte Beckenbauer selbst später mit einem Anflug von Ironie.
Nach dem Sieg der Deutschen Demokratischen Partei wurde der der Kommunistischen Partei nahestehende Sparwasser zur Idealfigur der politischen Propaganda. Aber der Spieler fühlte sich unwohl. Hier die Erklärung: „Ein Teil der DDR-Bevölkerung war mit dem politischen System des Landes nicht einverstanden. Die Leute reagierten negativ. Alle haben erwartet und geglaubt, dass wir verlieren würden, dass sie fünf oder sechs Tore gegen uns schießen würden. Deshalb entstehen Neid- und Antipathiegefühle. Nicht nur gegen mich, sondern auch gegen meine Teamkollegen.“



„Would-be music lover. Writer. Enthusiastic beer connoisseur. Award-winning reader. Social Media Scientist. Hipster friendly food expert.

