Wie Waffenlieferungen in die Ukraine funktionieren | Welt | DW

Reisende, die den polnischen Flughafen Rszeszow im Südosten Polens passieren, wissen kaum, dass hier das wichtigste Zentrum für militärische Hilfe für die Ukraine entstanden ist. Abseits des zivilen Flughafengebäudes haben die 50 Staaten, die die Ukraine unterstützen, unter US-Führung Militärcamps errichtet, hinter dem Flughafenzaun baut die Nato mit dem Flugabwehrsystem Patriot auch eine beeindruckende Verteidigungslinie zum Schutz des östlichen Randes des Bündnisses.

Der militärische Teil von Polens kleinem Regionalflughafen heißt jetzt „Fort Knox“ zur Unterstützung der Ukraine. Bereits vor Putins Einmarsch hatten die USA und Großbritannien damit begonnen, leichte Panzerabwehrwaffen für die ukrainische Armee hierher zu transportieren.

militärischer Transport

Vor Ort können logistische Aktualisierungen nicht ignoriert werden. Auf den Straßen der Region sind weiterhin Militärtransporter zu sehen. Aber wie genau die westliche Hilfe für das ukrainische Militär an die Front gelangt, ist eines der bestgehüteten Geheimnisse des Krieges.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock deutete an, das polnische Territorium an der NATO-Außengrenze sei zum Zentrum der Hilfe geworden. Mitte September kündigte er nach einer Reise nach Kiew in einem Interview an, dass ein „Wartungszentrum an der polnisch-ukrainischen Grenze“ eingerichtet werde.

2000 Panzerhaubitze Wear

Bundeswehrgeneral Christian Freuding war Anfang September zu Gesprächen mit der ukrainischen Armee in Kiew. Der Leiter des „Ukrainischen Spezialstabes“ im deutschen Verteidigungsministerium berichtete über die Abnutzung der Panzerhaubitze 2000 (gepanzerte Selbstfahrlafette), die Deutschland in die Ukraine schickte.

Panzerhauptsitze 2000 Panzer.

Panzerhaubitze 2000 auf dem Weg in die Ukraine.

„Seit Mai ist sie im Einsatz. Und jetzt hat sie natürlich Betriebseinschränkungen“, erklärt Freuding. In den Wochen vor dem Winter gab es viel zu tun, um ausgediente Westwaffen nach dem Krieg zu reparieren. erfolgreiche Gegenoffensive der Ukraine im Nordosten ihres Landes.

Ersatzteilbestand

„Die Logistik muss gestärkt werden“, sagte Sicherheitsexperte Wolfgang Richter von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die die Bundesregierung in Berlin berät. „Und genau das passiert jetzt“, sagte er und verwies auf die Diskussionen über die Lieferung der Leopard-2-Panzer durch Deutschland.

Intensiver Krieg erschöpft Waffen. „Ersatzteile für verschiedene Typen westlicher Waffensysteme müssen möglichst nahe der ukrainischen Grenze gelagert werden“, sagt Richter der DW. „Und zweitens braucht man geschultes Personal, das westliche Waffensysteme reparieren kann.“ Dies sei eine schwierige Aufgabe, da die Kriegsausrüstung vieler Länder „ganz unterschiedliche Teile und in großen Mengen“ benötige.

Unsichere Zukunft

Mit Blick auf den Krieg in den kommenden Monaten sagte Michael Kofman, Direktor des Forschungsprogramms Russian Studies am US Center for Naval Analysis, der Krieg in der Ukraine werde ein „Abnutzungskrieg“ sein. Während die Ukraine gute Chancen hat, nach dem Volltreffer im Spätsommer schrittweise weitere Gebiete befreien zu können, zögert Kofman, die Dauer des Krieges vorherzusagen. Das Gebiet um Rszeszow muss sich also möglicherweise noch lange an die große Menge an militärischem Gerät auf seinen Straßen anpassen.

(mn/äh)

Friederic Beck

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