Weidmann und der wirtschaftliche und monetäre Wandel in Deutschland

Der Rücktritt von Jens Weidmann als Gouverneur der Bundesbank markiert einen politischen Richtungswechsel in Deutschland und damit in den Institutionen, die in den vergangenen drei Jahren die Geschicke nicht nur der wichtigsten europäischen Volkswirtschaft, sondern ganz Europas bestimmt haben. Jahrzehnte. Eurozone. Was als die wichtigsten „Adler“ der Zentralbanken gelten, die den Euro als gemeinsame Währung haben, Er hat in einer sehr komplexen Zeit ein Vermächtnis hinterlassen, das schwer zu wiederholen ist die Rigidität der Geldpolitik aufrechtzuerhalten und die Verwaltung der Geldmenge vollständig zu politisieren, indem sie zwei ehemalige Minister und relevante politische Persönlichkeiten in Frankreich und Spanien als Präsidenten und Vizepräsidenten der EZB eingesetzt haben.

Klar ist, dass Weidmanns These und die ihm nahestehenden Vertreter im EZB-Rat nicht gesiegt haben. Aber Diese Niederlage war zuerst gegen Draghi und jetzt gegen Lagardesogar vor dem EuGH in seinem Kampf gegen das deutsche Bundesverfassungsgericht (wir wissen nicht, ob es definitiv ist oder in den kommenden Jahren ein kompletter Positionswechsel erfolgen kann, da die Inflation zu einem Dauerphänomen werden und das Wachstum und die Nachhaltigkeit des Finanzsektors gefährden kann Euro Gebiet) bedeutet, dass für eine Position wie die Weidmanns kein Platz ist. Ohne Angst zu haben, falsch zu liegen, könnte Weidmann aufgegeben haben, bevor die Umstände die Eurozone zwangen, auf einen Pfad der monetären Stabilität zurückzukehren.

Aber zurück zum deutschen Schlüssel (der absolut relevant ist): Der ehemalige Gouverneur der Bundesbank repräsentiert eine sich wandelnde institutionelle, politische und wirtschaftliche Ära nach Jahrzehnten des ununterbrochenen Konsenses zwischen Sozialdemokraten und Liberalen seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Tatsächlich ist Weidmann einer der letzten der Gruppe von Ökonomen und Politikern, die die großen teutonischen Reformen und den Aufbau der Währungsunion bis heute geleitet haben. Er gehört zu jenen Kreisen, die bald nach Größen wie dem ersten Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, dem kürzlich verstorbenen ehemaligen Präsidenten des die Bundeskanzlerin beratenden Ökonomenrates, Professor Jürgen B. Donges, oder dem angesehenen ehemaligen IFO-Präsidenten Hans die Verantwortung übernahmen -Werner Sinn. , u.a.

Die Gruppe hat sich zurückgezogen und anderen Persönlichkeiten mit großem Potenzial Platz gemacht, etwa Isabel Schnabel, vielleicht die Person, die Weidmanns aktuellem Denken im Vorstand der Bundesbank am nächsten steht. Dies ist die Art von Profil, das in den neuen politischen Zyklus passt, wo Liberale werden in wirtschaftlichen Angelegenheiten ein wichtiges Gewicht haben, wird sich aber vor 2017-2018 stark von Deutschland unterscheiden. Gleichzeitig passt ein solches Profil aber auch zu der sich verändernden Rolle der Bundesbank in naher Zukunft.

Nach den Kampf der Währungsorthodoxie aufzugeben, hat jetzt eine ebenso wichtige Aufgabe wie die Preisstabilität selbst wie die finanzielle Stabilität der wichtigsten Gläubiger der Eurozone. Deutschland muss sich nun um die Position seiner Gläubiger sorgen, anstatt weiterhin auf einer Kursänderung der EZB-Geldpolitik zu bestehen. Die Erfüllung dieser Mission würde Weidmanns Nachfolger mit Arbeitsplätzen füllen und de facto zum Hüter der Währungsstabilität in ganz Europa werden. Es kann auch eine untergeordnete Rolle bei der Unterstützung „sparsamer“ Länder spielen, die die entsprechende Fähigkeit unter Beweis gestellt haben, den europäischen Institutionen zeitweise den Rücken zu kehren, wie dies zwischen Mai und Juli letzten Jahres bei den Next-Generation-Verhandlungen bei der Europäischen Kommission der Fall war.

Das Guthaben Deutschlands gegenüber dem Eurosystem beträgt derzeit 1,04 Billionen Euro, so die neuesten Ende August von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichten Daten aus dem Zahlungsverrechnungs- und Abwicklungssystem TARGET 2 in Euro. wie Finnland, Luxemburg oder die Niederlande hinzu, stiegen die Guthaben auf 1,44 Billionen, verglichen mit der Position der verbleibenden Schuldner des Eurosystems von 1,07 Billionen. Diese Zahlen sprechen für sich selbst über die gravierenden Probleme, die Deutschlands Finanzen mit anderen Ländern haben. Bisher wurde ein impliziter Pakt geschlossen, wonach Nullzinspolitik und extreme Liquiditätsschonung das Ausfallrisiko der am stärksten verschuldeten Länder neutralisieren. Wenn jedoch infolge der Wiedereinsetzung der Maastricht-Regelung im jahr 2024 finanzielle Spannungen auftreten, verbunden mit einem anhaltenden Inflationsprozess, könnte dies Deutschland ernsthafte Probleme bereiten.

Daher wird der Gouverneur der neuen Bundesbank praktisch der Leiter der Sanierung und Restrukturierung einer großen Bank sein, die versuchen muss, eine Verschlechterung der finanziellen Gesundheit ihrer Schuldner zu verhindern. Diese Arbeit entspricht durchaus der Haltung der neuen Regierung und insbesondere des neuen Bundeskanzlers. Deutsche ‚Solidarität‘, aber mit Forderungen. Etwas, das ohne große finanzielle Belastung lange hält.

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Lora Kaiser

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