„Wir haben heute Morgen enge Gespräche mit Deutschland geführt und begrüßen Ihre Ankündigung. Wir werden unseren Schritt heute fortsetzen“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, zur Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz, eine geplante Pipeline zum Transport russischen Gases nach Deutschland einzustellen.
Die vom russischen Energieriesen Gazprom kontrollierte Gaspipeline, die unter Beteiligung deutscher Unternehmen fertig gestellt und gebaut wurde, soll Gas aus Russland direkt in den Westen der Europäischen Union transportieren, indem sie über deutsches Staatsgebiet gelangt und so den Transit durch die Ukraine vermeidet.
An diesem Dienstag betonte US-Außenminister Antony Blinken seine „unerschütterliche Unterstützung“ für die Ukraine Stunden bevor er den Außenminister des Landes, Dmitro Kuleba, inmitten wachsender Spannungen mit Moskau in Washington empfing. Die Exekutivverordnung verbietet laut einem vom Weißen Haus veröffentlichten Text auch die Einfuhr von Waren, Dienstleistungen oder Technologie in die Vereinigten Staaten aus Gebieten in der Ostukraine.
Moskau: Nichtzertifizierung der Nord Stream 2-Pipeline ist „falsch“
Der Kreml hielt es heute für „falsch“, Deutschlands Zertifizierung der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 als Reaktion auf die Anerkennung der Unabhängigkeit der prorussischen Separatistenregionen Donezk und Lugansk in der Ostukraine durch Russland zu blockieren.
Die russische Ratspräsidentschaft habe die Entscheidung Deutschlands „mit Bedauern“ akzeptiert, „weil wir immer wieder sagen, dass dieses Projekt nichts mit Politik zu tun hat“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er bekräftigte, dass es sich bei Nord Stream 2, das russisches Gas direkt über den Grund der Ostsee und ohne Durchquerung ukrainischen Territoriums nach Deutschland transportiert, um ein rein kommerzielles Projekt handelt, „das neben dem gegenseitigen Nutzen auch als stabilisierendes Element dienen soll Gasmarkt in Europa“.
„Daran sind sowohl unsere Gaslieferanten als auch -abnehmer interessiert, insbesondere Deutschland“, sagte Peskow. Für Russland sei „aus unserer Sicht falsch, dass Projekte dieser Art hoffentlich vorübergehend und aus politischen Gründen auf Eis gelegt werden“, betonte er.
jov (efe, wdr)



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