Von Lattek über Van Gaal bis Guardiola

1981 starb Latteks Sohn Dirk an Krebs. Das Ehepaar Lattek beschloss, Deutschland zu verlassen. Sie brauchen Abstand. Udo Lattek sucht eine neue Herausforderung. Und die fand er 1981 beim FC Barcelona mit seinem „blonden Engel“ Bernd Schuster. Die Katalanen und Lattek verstanden sich auf Anhieb, was auch daran liegt, dass der Deutsche die 45.000 Fans im Camp Nou auf Spanisch begrüßte.

Lattek gewann in seiner ersten Saison den Europapokal der Pokalsieger. Aber dieser großen Liebe fehlt etwas: eine großartige Show. Die Fans haben nicht vergessen, dass Johan Cruyff sie verlassen hat. Und weil Lattek tat, was er immer tat, nämlich selbstbewusst, aber ohne Feuerwerk zu gewinnen, versprach der Barcelona-Präsident den Fans, was sie wollten. Im Sommer 1982 traf Diego Maradona, das größte Talent Südamerikas, als Weltrekordtransfer ein und traf im Camp Nou auf den pragmatischen Ostpreußen Udo Lattek.

Blonder Engel und Hand Gottes

Maradona sah Fußball als Kunst, Lattek als profane Kampfkunst. Was dann passierte, sagte Lattek einmal dem „Kicker“: „Mein einziges Problem war Maradona, ich bin es nicht gewohnt, hart zu arbeiten. Als ich zu spät anfing, hatte ich zwei Möglichkeiten: auf ihn warten und vor den Spielern schlecht aussehen oder gehen.“ .“ Lattek entscheidet sich für Zähigkeit. Er lässt den Bus fahren. Maradona beschwerte sich daraufhin beim Präsidenten. Zwei Wochen später Lattek: arbeitslos.

1983 kehrte Lattek nach München zurück. Es war Trainer Hoene, der Lattek geholt hat, derselbe Hoeneß, den Lattek seinerzeit zum FC Bayern geholt hat. Mit drei Deutschen Meisterschaften und zwei Pokalen war Latteks zweite Amtszeit erfolgreich. Lattek macht wieder das, was es am besten kann: Gewinnen. Er hat Gewinner-Gene.

Rafael Schröder

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