Sanktionen deutscher Behörden wegen des Wirecard-Corriere.it-Skandals

EY, ein Beratungsunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 54 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, wurde wegen „Berufspflichtverletzungen“ gegen das im Sommer insolvente Zahlungsunternehmen Wirecard für die nächsten zwei Jahre von der Aufnahme neuer in Deutschland registrierter Kunden ausgeschlossen Die 2020 folgende Bilanz belief sich auf ein tiefes Loch von 1,9 Milliarden Euro. Das hat die deutsche Revisionsaufsicht Apas ermittelt und den Oligopolisten ebenfalls mit einer Geldstrafe von 500.000 Euro belegt.

Satz

EY, bis 2013 als Ernst & Young bekannt, war von 2016 bis 2018 Wirtschaftsprüfer bei Wirecard, unter Berücksichtigung der Ressourcen, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind, fast 2 Milliarden Euro. In einer am Montagmorgen veröffentlichten Stellungnahme erklärte die Apas, man gehe davon aus, dass es „bei der Prüfung von Wirecard und der Wirecard Bank in den Jahren 2016 bis 2018 zu nachgewiesenen Berufspflichtverstößen“ gekommen sei. Laut anonymen Quellen, die von der Financial Times zitiert wurden und der Regulierungsbehörde nahe stehen, wurde nicht offiziell entschieden, ob EY vorsätzlich oder einfach fahrlässig gehandelt hat. Dies wird ein zentrales Element bei der Feststellung sein, ob die Haftung eines Unternehmens strafrechtlich oder zivilrechtlich ist.
Das Apas-Urteil betrifft auch konkret fünf Mitglieder des EY-Teams, mit Geldstrafen zwischen mindestens 23.000 und höchstens 300.000 Euro. Sieben weitere ehemalige Mitarbeiter entgingen der Bestrafung, da sie nach Abgabe ihrer Lizenz nicht mehr der Zuständigkeit der Behörde unterstanden. „Diese Geldbuße sendet eine klare Botschaft“ an diejenigen, die gegen die Regeln verstoßen, sagte Konrad Duffy, Experte für Wirtschaftskriminalität bei der deutschen Verbraucherlobby Finanzwende. Er fügte hinzu, dass die Aufsichtsbehörden Wirecard gegenüber seit langem zu nachsichtig seien und „energischer“ eingreifen sollten. Im Gegenteil, so der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsprüfung IDW, Klaus-Peter Naumann, handele es sich bei der zweijährigen Sperre um eine „ziemlich strenge Sanktion, die in Deutschland beispiellos sei“.

Die Auswirkungen auf diesen Sektor

Der Skandal hat dazu geführt, dass Großbanken und Fondsmanager wie Commerzbank, KFW und DWS EY durch andere Wirtschaftsprüfer ersetzen. Insgesamt hat es in der Branche erhebliche regulatorische Verschärfungen gegeben: Die Finanzaufsichtsbehörden Apas und BaFin erhielten größere Befugnisse und die Bundesregierung hat die Höchststrafen für berufliches Fehlverhalten verdoppelt.
Der Richter, der den laufenden Strafprozess gegen den ehemaligen Wirecard-Chef Markus Braun und zwei weitere Führungskräfte leitet, erwägt die Möglichkeit, dass EY sich angesichts von Beweisen für Betrug durch die deutsche Bankengruppe der Hinterziehung schuldig gemacht hat. Das Unternehmen wiederum bedauerte, dass „der kollusive Betrug bei Wirecard nicht früher entdeckt wurde“. erklärte, es habe „wichtige Lehren aus dieser Angelegenheit gezogen“ und „erhebliche Maßnahmen“ zur Verbesserung der Prüfungsqualität und des Risikomanagements ergriffen. Das Unternehmen stellte außerdem ein neues Managementteam zusammen und führte zusätzliche Kontrollen ein. „EY Deutschland ist heute eine andere Organisation“, sagte das Unternehmen und fügte hinzu, dass es bei der Untersuchung uneingeschränkt mit Apas kooperiert habe.

Ricarda Maier

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