Noch immer bedrohen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg die deutschen Meere

  • Clarissa Neher
  • Von Berlin zu BBC News Brasilien

Forscher des UDEMM-Projekts am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung analysierten die Auswirkungen giftiger Substanzen, die von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ostsee freigesetzt wurden

Kredit, Jana Ulrich/Offenlegung

Bildunterschrift,

Die Alliierten, die den Krieg gewannen, deponierten die Waffen der verbliebenen deutschen Truppen bis in die 1970er Jahre auf See

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Meer vor der Küste Deutschlands in eine große Deponie für die Entsorgung der aus dieser Zeit verbliebenen Munition wie Granaten, Bomben und Torpedos umgewandelt.

Schätzungen zufolge befinden sich rund 1,6 Millionen Tonnen Waffen tief in deutschen Gewässern. Mehr als 70 Jahre später beginnt dieses scheinbar harmlose Erbe seinen Tribut zu fordern.

„Die Dringlichkeit, diese Munition zu beenden, war in der Nachkriegszeit groß und vielleicht haben diejenigen, die die Entscheidungen getroffen haben, nicht an die Langfristigkeit gedacht. Den Rest im Meer zu ertränken schien damals der beste Weg zu sein. „Heute ist klar, dass nicht nur die Gefahr von Explosionen für den Menschen gefährlich ist, sondern auch das langsame Austreten von TNT (Sprengstoff), das sich in der Meeresfauna und -flora anreichert“, sagte Sunhild Kleingärtner, Direktorin der Deutschen Schifffahrt Museum.

Mit Unterstützung der alliierten Kriegssiegerstaaten (USA, Frankreich, England und Sowjetunion) erfolgte bis in die 1970er Jahre die Entsorgung verbliebener deutscher Truppenwaffen auf See. In der Region befand sich auch Munition auf Schiffen, die während der Schlacht versenkt wurden.

Ricarda Lange

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