Nach 170 Jahren wurde das letzte Telegramm in Deutschland verschickt | Deutschland heute | DW

Das Konsortium Deutsche Post hat die Nutzung von Telegramm und Telegrafie in Deutschland nach 170 Jahren endgültig abgeschafft. Die Maßnahme trat am letzten Tag des Jahres 2022 in Kraft, dem Zustelldatum von 3.228 Sendungen. Dieser Betrag ist aufgrund der anstehenden Stornierungen sehr hoch. Nach Angaben des Unternehmens wurden in den Vorjahren nur zwischen 200 und 300 Telegramme pro Monat verschickt.

Altes Twitter?

Fast zwei Jahrhunderte lang war das Telegramm ein unverzichtbares Mittel, um Nachrichten schnell per Post zu versenden. Es wird für politische Nachrichten verwendet, aber auch für Geburtsanzeigen oder andere dringende Familienereignisse. Der Sprachstil ist knapp: Die Sprache wird stark abgekürzt, Personalpronomen oder Adjektive werden oft weggelassen.

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Im Zeitalter von Smartphone und Internet ist die Technik mittlerweile veraltet und teuer: Ein mit maximal 160 Zeichen geschriebenes Telegramm kostete zuletzt 12,57 Euro.

In den letzten Jahren sei die Nachfrage nach Telegrammen von Einzelabonnenten zurückgegangen, weshalb das Produkt eingestellt worden sei, berichtet die Deutsche Post auf ihrer Website. In letzter Zeit wird Telegramm hauptsächlich von Unternehmen verwendet. Seit 2008 verschickt die Schweizerische Post keine Telegramme mehr ins Ausland.

DIE (afp, ga)

Rafael Schröder

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