MADRID, 20. Dezember (EUROPA PRESS) –
Der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz hat angekündigt, dass er einige dieselbetriebene Euro-5- und Euro-6b-Modelle für ein Software-Update zurückrufen wird, nachdem neue Vorwürfe über den angeblichen Einsatz illegaler Abgastechnologie aufgekommen sind.
Die Zahl der betroffenen Fahrzeuge wird nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur Dpa auf einen sechsstelligen Bereich geschätzt. Die Meldung erfolgte durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Allein in Deutschland seien rund 100.000 Dieselfahrzeuge prüfpflichtig, bestätigte das Unternehmen.
Grund für diesen Rückruf ist ein sogenanntes „Thermofenster“, das auch von anderen Herstellern verwendet wird. Hierbei handelt es sich um eine Technologie, bei der ein Teil der Abgase direkt im Motor verbrannt wird, um weniger giftige Stickoxide zu erzeugen.
Nach Angaben verschiedener Hersteller verlangsamt sich dieser Mechanismus je nach Außentemperatur automatisch, um den Motor zu schützen.
Ebenso erklärte der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) im Jahr 2022, dass Software, die das ganze Jahr über höhere Schadstoffemissionen zulässt, inakzeptabel sei. Europäische Richter halten das Fenster nur dann für zulässig, wenn es keine andere Lösung gibt, um das Risiko zu vermeiden.
Die deutsche KBA-Regulierungsbehörde hat Mercedes-Benz aufgefordert, die Kalibrierung der Motorsteuergeräte bestimmter Fahrzeuge angesichts der Entscheidung zu ändern, sagte ein Mercedes-Benz-Sprecher gegenüber dpa.
„Bis zur EuGH-Entscheidung hielten europäische Behörden eine Temperaturregelung für die Rauchgasrückführung für zulässig“, sagte ein EuGH-Sprecher.
Im September verklagte eine Investorengruppe Mercedes-Benz wegen der nicht rechtzeitigen Information über den „Dieselgate“-Skandal und forderte vom Unternehmen Schadensersatz in Höhe von rund 900 Millionen Euro.



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