Literatur aus den Niederlanden und Flandern in Leipzig

13.03.2024 16:08:30

Eines der Gesichter der neuen Gastländerdelegation: Mariken Heitman (Mitte), hier bei der Entgegennahme des Libris-Preises 2022 in Amsterdam
Bild: Allianzfoto / ANP

Zum dritten Mal waren die Niederlande und Flandern auf der deutschen Buchmesse vertreten. Was hat sich seit der Aufführung in Leipzig verändert und inwieweit gilt Literatur immer noch als national? Ein Gastbeitrag.

„Sehen Sie, die Niederlande haben so einen Schriftsteller!“ rief Marcel Reich-Ranicki auf seine unnachahmliche Art Ausstrahlung im Oktober aus dem „Literarischen Quartett“ im Jahr 1991. Seine Bewunderung gilt Cees Nooteboom und seinem kürzlich erschienenen Roman – eigentlich handelt es sich eher um eine Kurzgeschichte – „The Following Story“. Die niederländische Literatur ist für die „Literaturpäpste“ offenbar Terra incognita: „Dieser Nooteboom hat mich sehr beeindruckt. »

Diese Fernsehsendung markierte den Moment, als zeitgenössische Literatur aus den Niederlanden und Flandern, dem niederländischsprachigen Teil Belgiens, in Deutschland langsam an Bedeutung zu gewinnen begann. Die eigentlichen ersten Signale gab es in den 1980er-Jahren, als drei Spitzenautoren einen festen Platz unter den deutschen Generalverlagen fanden. Sie waren männliche Schriftsteller einer Generation, deren Leben und Werk im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle spielten. Im Hanser Verlag erschien Hugo Claus (1929 bis 2008), Klett-Cotta nahm Harry Mulisch (1927 bis 2010) unter seine Fittiche und Cees Nooteboom (geb. 1927) kam nach Suhrkamp.

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Lora Kaiser

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