BERLIN, 21. Juni (Reuters) – Die Erholung der Geschäftstätigkeit in Deutschland in den letzten zwei Monaten hat sich im Juni verlangsamt, da die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe durch den Aufschwung im Dienstleistungssektor gedämpft wurde, wie eine vorläufige Umfrage am Freitag ergab.
Der von S&P Global ermittelte HCOB Composite Purchasing Managers‘ Index für Deutschland fiel von 52,4 im Mai auf 50,6 im Juni und lag damit unter den Reuters-Schätzungen von 52,7.
Der zusammengesetzte Index, der die Dienstleistungs- und Fertigungssektoren abbildet, die zusammen mehr als zwei Drittel der größten Volkswirtschaft der Eurozone ausmachen, liegt jetzt knapp über der 50-Marke, die Wachstum und Rückgang trennt.
Der Dienstleistungssektorindex fiel im Juni auf 53,5 Punkte, verglichen mit 54,2 im Mai.
Das verarbeitende Gewerbe steckt immer noch in der Rezession und fiel im Juni auf 43,4 Punkte, verglichen mit 45,4 Punkten im Mai. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg des Index auf 46,4 gerechnet.
„Am Ende des zweiten Quartals war es ein starker Rückgang“, sagte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank.
Das verarbeitende Gewerbe stehe vor einer schwierigen Aufgabe, sagte er, da alle Indikatoren zeigten, dass die Nachfrage nach Industriegütern trotz des sich verbessernden globalen Umfelds nicht steige.
„Erfreulicherweise basiert die Wirtschaftsleistung Deutschlands nicht nur auf dem verarbeitenden Gewerbe, sondern auch auf dem weiterhin guten Dienstleistungssektor“, sagte De la Rubia.
„Was für die Europäische Zentralbank (EZB) in letzter Zeit ein Problem darstellt, ist die Inflation im Dienstleistungssektor“, sagte De la Rubia und nannte den anhaltenden Anstieg der Inputpreise und Verkäufe als Grund für die vorsichtige Zinssenkung der EZB.
(Berichterstattung von Miranda Murray; Redaktion von Christina Fincher; spanische Redaktion von Benjamín Mejías Valencia)



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