MAILAND (AP) – Italiens Kulturminister lehnte einen Antrag der Deutschen Antikensammlung in München ab, eine antike römische Statue zurückzugeben, die angeblich Hitlers arische Ästhetik widerspiegele, und nannte sie einen nationalen Schatz.
Der Palombara Discobolus ist eine römische Kopie eines lange verschollenen griechischen Bronzeoriginals aus dem 2. Jahrhundert. Hitler kaufte das römische Exemplar 1938 von seinem italienischen Privatbesitzer, auf Druck des italienischen Diktators Benito Mussolini und gegen den Willen seines Bildungsministers und seiner Kulturfunktionäre. Die 1781 in einer römischen Villa entdeckte Statue wurde 1948 als Teil der von den Nazis illegal erworbenen Werke nach Italien zurückgegeben.
Der Streit entstand, als der Direktor des Nationalen Römischen Museums die Rückgabe des Marmorsockels der Statue aus dem 17. Jahrhundert an die Antikensammlungen beantragte. Stattdessen fordert das deutsche Museum die Rückgabe des Discobolus Palombara mit der Begründung, er sei 1948 illegal nach Italien transportiert worden, berichtete die Zeitung Corriere della Sera am Freitag.
Der italienische Kulturminister Gennaro Sangiuliano äußerte Zweifel daran, dass die deutsche Kulturministerin Claudia Roth Kenntnis von der Anfrage Bayerns hatte.
„Ich habe einen Witz gemacht: Sie mussten an meinem Körper vorbeigehen“, sagte der Minister am Samstagabend im italienischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen Rai und bezeichnete die Forderung Deutschlands nach einer Rückkehr nach Deutschland als „inakzeptabel“.
„Diese Arbeitsplätze wurden von den Nazis auf betrügerische Weise erlangt und sind Teil unseres nationalen Erbes“, sagte Sangiuliano gegenüber Rai und äußerte die Hoffnung, dass der Stützpunkt zurückgegeben würde.



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