in Deutschland wird die Gebühr kritisiert, aber nicht in Frage gestellt

Anders als in Frankreich steht die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland grundsätzlich außer Frage. Abgesehen von der extremen Rechten, die Gebühren abschaffen will, hat sich keine große Partei für diese Formel eingesetzt. Und das trotz des Eklats, der diesen Sommer den Berliner Sender RBB erschütterte. Dieser Fall gießt Wasser auf die Anlage für diejenigen, denen die Kosten zu hoch sind – 18,36 € pro Monat sind sie eine der höchsten der Welt – und das System zu kompliziert ist. Mit einem stabilen Budget von rund 8 Milliarden Euro verfügt der öffentlich-rechtliche Sender über 73 Hörfunk- und 21 Fernsehsender, darunter zwei nationale Sender, ARD und ZDF.

Wenn sich Kritiker jedoch auf die Höhe der Lizenzgebühren konzentrieren, dürften sie sich wahrscheinlich nicht am Beispiel Frankreichs orientieren, so der liberale Finanzminister Christian Lindner. Teil für Steuern „nicht übertragbar“ über den Rhein, glaubt er, wegen Artikel 5 des Gesetzesgesetzes „Medienfreiheit“.

„Ein Übergang zu diesem Steuersystem ist undenkbar, da der Staat dann über den Betrag entscheidet, der dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zugewiesen wird“, betont Valérie Robert, deutsche Medienwissenschaftlerin an der Universität Sorbonne Nouvelle in Paris. „Das würde als staatliche Einflussnahme gelten. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht wiederholt argumentiert, dass der Staat keinen beherrschenden Einfluss ausüben kann. »

Universelle Kosten pro Haushalt

Dieses Finanzierungsprinzip wurde Ende der 1980er Jahre mit Zuweisungen an den öffentlichen audiovisuellen Sektor aus dem so genannten „Grundversorgungsauftrag“, nämlich Information, Kultur und Unterhaltung, verankert. „Sie hat eine besondere Bedeutung, die rechtfertigt, dass wir sie finanzieren“, kommentierte Valerie Robert. Heute erkennen selbst diejenigen, die sie kritisieren, die Bedeutung und Notwendigkeit pluralistischer Informationen in diesem Zeitalter der Fehlinformationen. »

Seitdem hat das Verfassungsgericht diesen Auftrag bekräftigt, insbesondere nach den umfassenden Reformen im Jahr 2013. Zahlungen erfolgen fortan nicht mehr per Post, sondern von Haushalten und betreffen auch Unternehmen, Hotels und sogar Kirchen. „Diese Reform basiert auf dem Grundsatz, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk als öffentliches Gut betrachtet wird, ähnlich wie die Schulen, erinnert sich Valerie Robert. Dies löste zahlreiche Klagen aus, die alle verloren gingen. »

Dieses von den höchsten Justizbehörden unterstützte System ist nicht ohne Frage. Was ist mit der politischen Unabhängigkeit, auf die er stolz ist? Die extreme Rechte sieht sich durch qualifizierte Medien „benachteiligt“. „von links“ sogar von „Fake-Presse“. Auch wenn 67 Prozent der Deutschen die Höhe der Rundfunkgebühren zuletzt als zu hoch empfanden und die Jüngsten den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlassen, tänzeln ZDF und ARD weiter an der Spitze des Publikums.

Lora Kaiser

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