Von der Leyen: „Minsk beutet Migranten aus“
Seit einiger Zeit versuchen Migranten aus dem Irak, Afghanistan und der Türkei über Weißrussland die EU-Außengrenzen zu überqueren. In einer Erklärung warnte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass „die Ausbeutung von Migranten für politische Zwecke durch Belarus inakzeptabel ist“. Aus Berlin fügte der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, hinzu: „Das Minsker Regime benimmt sich wie ein Schleuser, und Europa wird gemeinsam Stellung beziehen.“
Brüssel behauptet, dass Präsident Alexander Lukaschenko Rache für die Sanktionen wolle, die Twenty-Seven gegen Weißrussland verhängt hat, nachdem das Regime die politische Opposition gegen die derzeitige Regierung hart unterdrückt hatte. Minsk bestreitet jeglichen Missbrauch von Migranten. Laut der polnischen Zeitung Gazeta Wyborcza (vgl 24 Stunden Sonne 25.09.).
Die Europäische Union prüft neue Sanktionen gegen Weißrussland …
Die Geschichte ist voller Facetten. Zunächst einmal gibt es komplizierte Beziehungen zu Weißrussland. Siebenundzwanzig prüfen bereits auf technischer Ebene neue Sanktionen gegen Minsk – gegen Menschen und die Gesellschaft – als Reaktion auf „inakzeptable hybride Taktiken“, wie die NATO es gestern auch definierte.
Die Außenminister werden sich am kommenden Montag mit der Angelegenheit befassen können. In ihrer Erklärung gestern Abend hat Frau von der Leyen selbst Sanktionen gegen „Menschenhandel betreibende Fluggesellschaften aus Drittstaaten“ Tür und Tor geöffnet.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Beziehungen der EU zu Polen. Noch gestern forderte Kommissionssprecher Adalbert Jahnz die polnische Regierung auf, Frontex um Hilfe zu bitten, um ihre Außengrenzen besser zu kontrollieren, wie es Lettland und Litauen zuvor getan haben. Warschau vermeidet vorerst die Idee, diesem Beispiel zu folgen. Unterdessen hat der Rat der Europäischen Union am Dienstag ein Visumerleichterungsprogramm für Mitglieder des Minsker Regimes ausgesetzt. Das teilte der Sprecher des rotierenden Ratsvorsitzes der Europäischen Union, Damijan Fiser, auf Twitter mit. Der Beschluss wird im Amtsblatt veröffentlicht und tritt am zweiten Tag nach seiner Veröffentlichung in Kraft.



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