Der letzte Vorsitzende der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Hans Modrow, ist an diesem Samstag im Alter von 95 Jahren gestorben, teilte die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke auf Twitter mit.
Modrow, ein reformistischer Kommunist, übernahm kurz nach dem Fall der Berliner Mauer die Führung der DDR und lud daraufhin oppositionelle Kräfte in die Regierung einkonnte aber die wachsende Dynamik für die deutsche Wiedervereinigung nicht dämpfen.
Seine turbulente Amtszeit (von November 1989 bis April 1990) endete mit den ersten freien Wahlen in der Geschichte der DDR.
„Die ganze friedliche Entwicklung der Schaffung eines vereinten Deutschlands ist gerade seine besondere Leistung“, hieß es in der Botschaft von „Die Linke“ und fügte hinzu, dies sei ihr „politisches Vermächtnis“.
Modrow, seit 1973 Vorsitzender der Kommunistischen Partei in Dresden, baute sich einen Ruf als Anti-Establishment-Figur auf, lehnte Parteileistungen ab und bestand darauf, in einer regulären Wohnung zu leben.
Modrow wurde am 27. Januar 1928 in Jasenitz im damaligen Ostpreußen, heute Polen, geboren. Am Ende des Zweiten Weltkriegs geriet er in sowjetische Gefangenschaft und kam in ein Umerziehungslager für deutsche Soldaten.
Bereits in der DDR begann er seine politische Laufbahn in der Jugendorganisation der Vereinigten Sozialistischen Partei (SED), die aus einer zur Gründung der Ersten Partei erzwungenen Fusion von Kommunistischer Partei und Sozialdemokratischer Partei hervorgegangen war .
Er war 32 Jahre lang Abgeordneter der Volkskammer und 20 Jahre lang Mitglied des Zentralkomitees der SED. Sein Aufstieg ins Politbüro, dem höchsten Gremium der Partei, erfolgte jedoch erst 1989 nach dem Rücktritt von Erich Honnecker.
Nach seiner Ernennung zum Regierungschef war Modrow für die Bewältigung des Übergangs zur Demokratie verantwortlich. Zunächst verteidigte er die Unabhängigkeit der DDR, später setzte er sich aber für die Wiedervereinigung in Form der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ein.
Bei den ersten und letzten freien Wahlen in der DDR am 18. März 1990 setzte sich die Christlich Demokratische Union (CDU) gegen die SPD und die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS), die Erbenfraktion der SED, durch.
Mitte April wurde Modrow an Lothar de Maiziere von den Christdemokraten übergeben, der als Chef einer Koalitionsregierung mit der SPD für die Verhandlungen über die deutsche Wiedervereinigung zuständig war.
Nach der Wiedervereinigung war Modrow bis 2004 Bundestagsabgeordneter und Europaabgeordneter.
Nach dem Zusammenschluss der PDS mit der sozialdemokratischen Splittergruppe, aus der die Linke hervorgegangen war, kritisierte Modrow die Partei, die seiner Meinung nach zunehmend in den Händen der Führer der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland liege.



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