Die Gaskrise hemmt die Entwicklung der deutschen Wirtschaft, die einer Rezession im jahr 2024 nicht entgehen wird, heißt es in einem gemeinsamen Herbstgutachten von Deutschlands wichtigstem Wirtschaftsforschungsinstitut, das an diesem Donnerstag vorgestellt wurde.
Diese Institutionen malen ein Bild von drastischen Anstiegen der Energiepreise, steigenden Produktionskosten, die zu einem Anstieg bei anderen Produkten führen, und Inflationsniveaus, die es seit den 1970er Jahren nicht mehr gegeben hat.
Inmitten all dessen, positiv wirkt sich eine gewisse stabilität auf dem arbeitsmarkt aus, wo trotz sinkender nachfrage nach arbeitskräften die unternehmen mit personalengpässen versuchen, ihre mitarbeiter zu halten.
„Der russische Angriff auf die Ukraine und die daraus resultierende Krise auf den Energiemärkten haben eine deutliche Rezession der deutschen Wirtschaft verursacht“, sagte Torsten Schmidt, Experte für volkswirtschaftliche Analyse am Leibniz-Institut für Wirtschaftsstudien in Essen (RWI), bei der Präsentation eines Joint Bericht mit dem Titel „Die Energiekrise: Inflation. , Rezession, Wohlstandsverlust“.
„Hohe Energie- und Lebensmittelpreise, die im nächsten Jahr weiter steigen werden, sorgen für einen Kaufkraftverlust“, fügte er hinzu.
Diese Situation bedeutet, dass einkommensschwache Familien und Unternehmen weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.
Schmidt warnt jedoch davor, bei Unternehmen darauf zu achten, keine dauerhaften Subventionen zu schaffen.
Angesichts der Krise hat das Institut seine Wachstumsprognose für das Jahr nach dem Rückgang in der zweiten Jahreshälfte auf 1,4 % nahezu halbiert.
Das anhaltende Wachstum war auf die gute Entwicklung im ersten Quartal zurückzuführen.
Im Frühjahr prognostizierte das Institut ein Wachstum von 2,7 % für 2022 und 3,1 % für 2023, während es nun eine Rezession von 0,4 % erwartet. Für 2024 prognostizieren sie ein Wachstum von 1,9 %.
Das Institut berechnet aber auch Extremszenarien mit sehr kalten Wintern, die zu Gasknappheit führen. In diesem Fall prognostizieren Experten, dass die wirtschaftliche Verlangsamung im jahr 2024 7,9 % erreichen könnte.
In diesem Fall setzt sich die Rezession im Extremszenario 2024 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,2 % fort.
Die Abwärtsrevision für dieses Jahr deutet laut Agentur bereits auf das Ausmaß der Energiekrise hin, die das BIP in den Jahren 2022 und 2023 um 160 Milliarden Euro niedriger als im Frühjahr erwartet ausfallen lassen wird.
Die Inflationsrate wird hoch bleiben. Für 2023 wird eine jährliche Inflation von 8,8 % prognostiziert, was leicht über der diesjährigen Prognose von 8,4 % liegt.
Erst 2024 kann laut Institut wieder die 2%-Marke erreicht werden.
Das Institut stellte fest, dass der Hauptgrund für die sich verschlechternde Wirtschaftslage die reduzierten Gaslieferungen aus Russland waren.
Dadurch besteht das Risiko, dass das Angebot anderer Lieferanten und Reserven die Nachfrage im Winter nicht decken können und die Gaspreise im Sommer steigen.
Während die Agentur in den kommenden Monaten keine Gasknappheit erwartet – es sei denn, es kommt zu einem extremen Winter – bleibt die Lage angespannt und die Preise werden deutlich über dem Vorkrisenniveau bleiben, was „einen dauerhaften Wohlstandsverlust für Deutschland darstellt“. .
Was den Arbeitsmarkt betrifft, prognostiziert die Agentur, dass die Arbeitslosenquote 2023 leicht auf 5,5 % steigen wird, nachdem sie 2022 5,3 % erreicht hatte, ein Niveau, das sie voraussichtlich 2024 wieder erreichen werden.
Gemeinsam berichten das RWI in Essen, das IWH in Halle, das IFO in München und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel.
Diese Studie ist eine der Grundlagen, auf denen die Bundesregierung eigene Konjunkturprognosen erstellt, die wiederum die Grundlage für Prognosen zur Steuererhebung bilden.



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