


Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt, dessen Gesundheitszustand sich am vergangenen Wochenende stark verschlechtert hatte, ist an diesem Dienstagnachmittag im Alter von 96 Jahren gestorben, teilte sein Arzt der Deutschen Presse-Agentur DPA mit.
Der frühere sozialdemokratische Führer, der zwischen 1974 und 1982 Bundeskanzler war, sei in seinem Haus in Hamburg (im Norden des Landes) gestorben, sagte Dr. Heiner Greten, so das AFP-Büro.
Helmut Schmidt wurde im August wegen Dehydrierung ins Krankenhaus eingeliefert und im September wegen Blutgerinnseln in den Beinen operiert. Er litt an einer Infektion unbekannter Ursache und hatte „praktisch keine Abwehrkräfte“, sagte sein Arzt einer Lokalzeitung.
Heiner Greten, an diesem Dienstag vom Hamburger Abendblatt befragt, sei „der Wunsch von ihm und seiner Familie“, „in der gewohnten Umgebung“ zu bleiben, anstatt sich weiteren Krankenhausaufenthalten zu unterziehen.
Starker Raucher



Helmut Schmidt, seit 1981 Kettenraucher und mit einem Herzschrittmacher ausgestattet, erlitt 2012 einen Herzinfarkt und musste sich einer Bypass-Operation unterziehen.
Nach dem Rücktritt einer anderen großen Persönlichkeit der deutschen Sozialdemokratie, Willy Brandt, war Helmut Schmidt 1974 Bundeskanzler und wurde 1976 und 1980 wiederernannt.
Unnachgiebig gegenüber der Gewalt der linken Gruppierung „Rote Armee Fraktion“ (RAF) führte er gesellschaftliche Reformen durch. Der „Eiserne Kanzler“ verurteilte als erster den sowjetischen Einsatz von SS-20-Raketen im Jahr 1977 und verteidigte die Euro-Raketen der NATO.
Als überzeugter Europäer kritisierte er die Art und Weise, wie sein Nachfolger Helmut Kohl die deutsche Einheit vorangetrieben hat.
Helmut Schmidt ist neben dem ehemaligen französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing auch der „Vater“ des Europäischen Währungssystems (EWS).
Er hat sich vor mehr als 30 Jahren aus dem politischen Leben zurückgezogen, trägt aber weiterhin zur politischen und intellektuellen Debatte in seinem Land bei.
Als Autor von 30 Büchern war er Herausgeber (1983) und Leiter (1985-1989) von „Die Zeit“, einer der renommiertesten deutschen Zeitschriften.






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