Frontex-Chef bietet Rücktritt wegen Abschiebung von Migranten an

Der Leiter der Grenzschutzbehörde der Europäischen Union hat seinen Rücktritt wegen Vorwürfen der angeblichen Beteiligung von Frontex an der illegalen Abschiebung von Migranten angeboten, teilten Beamte der Europäischen Kommission und des deutschen Innenministeriums am Freitag mit.

Nach Angaben des Sprechers des Bundesinnenministeriums, Maximilian Kall, traf sich die Leitung der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex) zur Lagebeurteilung.

Der Sprecher der Europäischen Kommission, Eric Mamer, sagte später, es sei Sache des Vorstands von Frontex, der die Außengrenzen des 27-Nationen-Blocks überwacht, „die Situation und das Schreiben seines Direktors zu bewerten“.

Derzeit ist nicht bekannt, ob der Verwaltungsrat den Rücktritt seines Exekutivdirektors Fabrice Leggeri akzeptieren wird.

„Ich kann bestätigen, dass er dem Frontex-Vorstand seinen Rücktritt angeboten hat“, sagte Kall gegenüber Reportern in Berlin und fügte hinzu, Leggeris Ablösung sei eine Chance für einen „Neuanfang“ bei der Agentur.

„Dies bietet die Möglichkeit, die Vorwürfe vollständig aufzuklären, vollständige Transparenz zu schaffen und sicherzustellen, dass alle Frontex-Einsätze in voller Übereinstimmung mit europäischem Recht stattfinden“, sagte er.

Leggeri sah sich monatelang mit wachsendem Rücktrittsdruck konfrontiert. Im vergangenen Jahr leitete die Betrugsbekämpfungsorganisation der Europäischen Union, OLAF, eine Untersuchung gegen Frontex wegen Vorwürfen des Missbrauchs, des Missbrauchs und der Einreiseverweigerung für Migranten ein.

Der Direktor reichte seinen Rücktritt einen Tag ein, nachdem eine journalistische Untersuchung ergab, dass die Frontex-Datenbank Vorfälle zur Verhinderung der illegalen Einreise in die Ägäis als „Ausreiseabschreckung“ aufzeichnete.

Laut einer gemeinsamen Untersuchung von Lighthouse Reports, Der Spiegel, SRF Rundschau, Republik und Le Monde waren zwischen März 2020 und September 2021 EU-Grenzschutzbehörden an der Festnahme von mindestens 957 Asylsuchenden in der Ägäis beteiligt.

Die gewaltsame Verhinderung der Einreise von Asylsuchenden in ein Land wird als Verstoß gegen internationale Flüchtlingsschutzabkommen betrachtet, nach denen Menschen nicht in ein Land ausgewiesen oder in ein Land zurückgeschickt werden dürfen, in dem ihr Leben und ihre Sicherheit aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, oder weil sie Mitglieder einer politischen oder sozialen Gruppe sind.

Friederic Beck

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