Der von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlichte Bericht verdeutlicht, dass der Rückgang im Industriesektor stattfand, der historisch als wichtigster Produktionsmotor des Landes galt.
„Viele Industrieunternehmen werden aufgrund der Rezession im Jahr 2023 ihren Betrieb einstellen und diese Situation hat Auswirkungen auf den Kern der Volkswirtschaft“, erklärte Creditreform-Leiter Konjunkturforschung Patrik-Ludwig Hantzsch.
Dem Experten zufolge schaden verlassene Geschäfte und leere Ladenfronten den Bewohnern sowohl wirtschaftlich als auch emotional, doch Rückschläge in großen Produktionsbetrieben stellen ein noch größeres Problem dar.
Im Baugewerbe stiegen die Schließungen im Jahr 2023 um 2,4 Prozent und betrafen rund 20.000 Betriebe, im verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der Untersuchung zufolge auf 11.000.
Nach Ansicht von Analysten dürften Unternehmen, die viel Forschung betreiben, etwa aus der Chemie- und Pharmaindustrie oder dem Maschinenbau, am stärksten betroffen sein.
Der Niedergang forschungsintensiver Industrien sei keine gute Voraussetzung für die Schaffung notwendiger Innovationen, die die Grundlage für die künftige Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum Deutschlands seien, heißt es in der Studie.
Nach Berechnungen von Creditreform und ZEW werden im Jahr 2023 in Deutschland 176.000 Unternehmen schließen (2,3 Prozent mehr als im Vorjahr) und 11 Prozent werden auf Insolvenzanträge zurückzuführen sein.
Im Einzelhandel sei die Zahl der Schließungen leicht um 0,8 Prozent auf rund 37.000 Betriebe zurückgegangen, heißt es in dem Dokument weiter.
Unter den verbraucherorientierten Dienstleistern wurden rund 51.000 Unternehmen aus Bereichen wie Hotels, Immobilien, Krankenhäuser, Arztpraxen, Friseure und chemische Reinigungen geschlossen.
Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bestätigen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 0,3 Prozent sinken wird.
ro/mjm



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