Ein prominenter linker deutscher Politiker wurde am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Oststadt Erfurt im Vorfeld der genau beobachteten Landtagswahl am Sonntag mit roter Flüssigkeit, möglicherweise Farbe, übergossen.
Laut dpa wurde Sara Wagenknecht, Gründerin der neuen Partei Sahra Wagenknecht Alliance, von der Flüssigkeit bespritzt, konnte sich aber von der Bühne retten.
Sicherheitskräfte nahmen sofort einen Mann fest, legten ihm Handschellen an und brachten ihn ab. Wagenknecht kehrte in den Zeugenstand zurück und schrieb später auf der Social-Media-Seite X, dass er Angst habe, aber in Ordnung sei.
Obwohl in Erfurt niemand verletzt wurde, ereignete sich der Vorfall zu einer Zeit, als die politische Gewalt in Deutschland zunahm. Im Mai wurde ein prominenter Berliner Politiker brutal angegriffen und erlitt Kopf- und Nackenverletzungen. Zuvor war ein Kandidat der Partei von Bundeskanzler Olaf Scholz im Wahlkampf in der Stadt Dresden angegriffen worden und musste operiert werden.
Die Regierungs- und Oppositionsparteien geben an, dass ihre Mitglieder und Unterstützer in den letzten Monaten einer Welle physischer und verbaler Angriffe ausgesetzt waren und forderten die Polizei auf, den Schutz von Politikern und Wahlkundgebungen zu verstärken.
Wagenknecht macht Wahlkampf in Thüringen, einem der beiden östlichen Bundesländer, in denen am Sonntag neben Sachsen Wahlen stattfinden, bei denen die Alternative für Deutschland (AfD) erstmals stärkste Partei werden könnte.
Aber Wagenknecht, der seine Partei im Januar offiziell gegründet hat, hofft auch, in einer Zeit, in der die Zentralregierung mit großer Unbeliebtheit konfrontiert ist, die Wende herbeizuführen. Die Partei ist unter dem deutschen Akronym BSW bekannt.



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