Die offiziellen Statistiken spiegeln noch nicht den Schaden wider, den die Containerkrise der deutschen Wirtschaft zufügt, aber die Exportunternehmen des Landes beginnen, ihre Sorgen und ihren Pessimismus zu reflektieren. Der Exporterwartungsindex des IFO-Instituts verzeichnete mit 13 Punkten den größten Rückgang seit Beginn der Pandemie.
Man muss bis in die Finanzkrise 2008 zurückgehen, um zu sehen, wie sich die Erwartungen deutscher Exportunternehmen stark verändert haben. Die Oktoberdaten waren die schlechtesten, seit die Pandemie die Wirtschaft im vergangenen Jahr lahmgelegt hatte. Tatsächlich müsste man bis zur Finanzkrise zurückgehen, um einen Rückgang in der gleichen Größenordnung zu finden. IFO, das für die Erstellung des Index verantwortlich ist, kommentierte, dass die Versorgungskrise derzeit die Exporte des verarbeitenden Gewerbes beeinträchtige.
Trotz der Tatsache, dass Probleme in der Lieferkette den ersten Wirtschaftsmotor des Euro, den Export, bereits direkt betreffen, zeigen die Statistiken den Ernst der Lage nicht vollständig. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Exporte im August erreichten 104.400 Millionen, was ein ähnliches Niveau wie die Daten von 2019 darstellt, die 104,6 Milliarden betrugen. Sogar der PMI, der Follow-up-Aktivitätsdatensatz, zeigte heute keinen starken Rückgang der Exporterwartungsdaten. Das Exportgeschäft spiegelt Trends besser wider als jede andere Aktivität.
Obwohl die Statistiken die Auswirkungen auf den deutschen Außenhandel noch nicht zeigen, rechnen Experten und Institutionen bereits mit einem starken Rückgang zum Jahresende. Die Exporte machten fast 40 % des BIP vor der Pandemie aus. Deutschlands Wirtschaftswachstum dürfte sich im vierten Quartal dieses Jahres stark verlangsamen, da die Branche unter Lieferengpässen und schwachem Konsum leide, sagte der Bundesbank in ihrem Monatsbericht. „Das Wachstum dürfte sich im laufenden Quartal deutlich verlangsamen“, sagte die Deutsche Bundesbank und rechnete mit einer Senkung ihrer Prognose für dieses Jahr. „Dies läge deutlich unter“ der bisherigen Prognose von 3,7 % im Juni und „unter dem Vorkrisenniveau“.
Die Bundesregierung senkte ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 3,5 % auf 2,6 %, hob jedoch ihre Schätzung für das kommende Jahr auf 4,1 % an. Die Exekutive spielte auch auf eine Versorgungsknappheit an, um die scharfen Kürzungen zu erklären.



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