Die Geschichten, die sich aus den Dokumenten ergeben, die die DDR-Geheimpolizei nicht vernichten konnte

  • Clarissa Neher
  • Von Berlin zu BBC News Brasilien

Bildunterschrift,

Als eines der Symbole beider Deutschlands wurden Teile der Berliner Mauer abgerissen, als der kommunistische Staat aufhörte zu existieren

Im September 1980 beantragte Angelika Gerlach die Aufnahme in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und erhielt die Staatsbürgerschaft des kommunistischen Landes. In einem Dokument, in dem sie behauptet, Waise zu sein und keine nahen Verwandten zu haben, schildert die 30-Jährige ihre beruflichen Erfahrungen sowie ihre Frustration und Unzufriedenheit mit dem Leben in einem „imperialistischen“ Umfeld.

Offenbar mit offenen Armen in Ostdeutschland aufgenommen, begann Gerlach eine Krankenpflegeausbildung in Erfurt, wo sie bis Februar 1986 lebte, als sie auf mysteriöse Weise spurlos verschwand. Etwa ein Jahr später und mit neuem Gesicht tauchte Gerlach als Sylvia Bayer wieder in Neubrandenburg auf, wo sie Leiterin der Informations- und Dokumentationsabteilung eines Pharmaunternehmens war.

Gerlachs Verschwinden und seine neue Identität wurden vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS), bekannt als Stasi, der Geheimpolizei der DDR, inszeniert. Allerdings war es nicht das erste Mal, dass ein deutsches Unternehmen mit der Unterstützung eines kommunistischen Gremiums zu neuem Leben erwachte.

Gerlach war eigentlich Silke Maier-Witt, eine der bekanntesten Terroristinnen der Roten Armee Fraktion (RAF). Als Frau, die davon träumte, in einem kommunistischen Land zu leben, wurde sie in Westdeutschland wegen ihrer Beteiligung an der Entführung und Ermordung des Geschäftsmanns Hanns-Martin Schleyer im Jahr 1977, auf dem Höhepunkt des Linksradikalismus, gesucht. Deutsche Guerillaorganisation.

Ricarda Lange

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