BERLIN (dpa) – Deutschlands letzte große Kaufhauskette hat am Montag angekündigt, zwei Fünftel ihrer Filialen schließen zu wollen, Monate nachdem sie zum zweiten Mal in weniger als drei Jahren Insolvenzantrag gestellt hat.
Die Kette Galeria Karstadt Kaufhof, die sich seit langem mit dem Problem auseinandersetzt, plant, 52 ihrer 129 Filialen in zwei Phasen zu schließen, wobei die erste Schließung Ende Juni und die restlichen Ende Januar erfolgen soll.
Rund 4.000 Mitarbeiter des Marktes seien betroffen, weitere 300 Arbeitsplätze würden am Hauptsitz in Essen und in anderen Bereichen wie Informationstechnologie und Gebäudemanagement wegfallen, hieß es.
Das Unternehmen fügte hinzu, dass es aufgrund der Wirtschaftslage und der „lokalen Bedingungen“ und nach „intensiven Verhandlungen“ mit Eigentümern und Stadtbehörden keine positiven Aussichten für Ladenschließungen gebe.
Die verbleibenden 77 Geschäfte werden in den nächsten drei Jahren auf ein standortgerechteres Sortiment modernisiert und 11.000 Arbeitsplätze geschützt, teilte Galeria Karstadt Kaufhof in einer Mitteilung mit.
Das Unternehmen, das vor einigen Jahren aus der Fusion der Konkurrenten Karstadt und Kaufhof hervorgegangen war, suchte Ende Oktober Schutz vor Gläubigern und begründete dies mit stark gestiegenen Energiepreisen, hoher Inflation und schwachem Konsum.
Zuvor hatte es etwa 40 Geschäfte geschlossen und fast 4.000 Stellen abgebaut, nachdem es während der ersten Sperrung der Coronavirus-Pandemie im April 2020 Schutz gesucht und Berichten zufolge 680 Millionen Euro (724 Millionen US-Dollar) an staatlicher Hilfe erhalten hatte.



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