London, 8. Februar (dpa) – Nach einem Jahr gehört das Vereinigte Königreich erneut zu den zehn wichtigsten ausländischen Handelspartnern Deutschlands, belegt Platz neun und überholt Tschechien und Belgien, berichtete die offizielle deutsche Agentur heute auf Grundlage vorläufiger statistischer Daten.




Das erklärt das Deutsche Handels- und Investitionsamt (GTAI). Automobilindustriedie als wichtigste Säule im deutsch-englischen Warenaustausch galt und für ein gutes Gleichgewicht des Warenaustausches verantwortlich war.
Die deutschen Exporte nach Großbritannien stiegen zwischen Januar und November um 26,4 Prozent, teilweise aufgrund eines starken Neuwagenmarktes, während die Importe britischer Waren um 25,7 Prozent stiegen.
Insgesamt wird der bilaterale Handel im Jahr 2023 nominal nur um 0,9 Prozent wachsen. GTAI betont jedoch, dass dieser Wert im Vergleich zu fast allen anderen Ländern der Top-Ten-Liste deutlich höher ist.
Die Bedeutung Großbritanniens für den deutschen Außenhandel hat seit der Abstimmung der Briten 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union, dem sogenannten Brexit, stetig abgenommen.
Im Jahr 2017 lag England noch auf Platz fünf, 2022 fiel es jedoch erstmals in der Geschichte auf den elften Platz zurück.
Das Büro des Landes warnte, die Folgen des Brexit seien noch nicht überwunden. „Die Sondereffekte des Automobils verzerren die Vision der Entwicklung des Handels im Allgemeinen.“
Würde man die Exporte von Autos und Fahrzeugteilen für die Produktion nicht mit einbeziehen, würde der Warenwechselkurs um 4,3 Prozent sinken. Darüber hinaus gibt es immer noch erhebliche Hindernisse, beispielsweise die strengen Einwanderungsgesetze des Vereinigten Königreichs.
Dies erschwert es deutschen Unternehmen, Mitarbeiter nach Großbritannien zu entsenden oder dort Dienstleistungen zu erbringen. Kürzlich hat das Vereinigte Königreich die Vorschriften für die Einfuhr von Lebensmitteln wie Fleisch und Milchprodukten verschärft.
Insgesamt stellt GTAI jedoch fest, dass sich das Geschäftsklima und die Investitionsbereitschaft deutlich verbessert haben:
„Mit dem Wiedereintritt Großbritanniens in den Forschungsrahmen European Horizon und der deutsch-britischen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in den Bereichen Klima und Energie, insbesondere im Wasserstoffsektor, überwiegen die Chancen im bilateralen Geschäft die Risiken.“



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