Deutschlands Bevölkerung hat erstmals die Marke von 84 Millionen überschritten, nachdem die Bevölkerung im ersten Halbjahr gegenüber Ende 2021 um 843.000 (1,0 %) gewachsen war, hauptsächlich aufgrund der Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine. Im Vergleich dazu stieg die Bevölkerung im gesamten Jahr 2021 nur um 82.000 Personen (0,1 %), wie aus einer am Dienstag (27.09.2022) veröffentlichten Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht.
Ausschlaggebend für die aktuelle Entwicklung ist der Zuzug von Flüchtlingen aus der Ukraine infolge des russischen Angriffskrieges. So kam es im ersten Halbjahr zu einer Nettozuwanderung – resultierend aus der Reduzierung der Abwanderungsrate von der Zuwanderungsrate – von etwa 750.000 Ukrainern nach Deutschland. Dies war eine Herausforderung, insbesondere für ihre Integration in den Arbeitsmarkt.
Die Zahl der in Deutschland lebenden Frauen und Mädchen ist im ersten Halbjahr um 526.000 oder 1,2 % gestiegen, überwiegend stärker als Männer und Jungen, die um 317.000 oder 0,8 % gewachsen sind. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass die meisten Frauen und Kinder vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. So lebten Ende Juni letzten Jahres 501.000 ukrainische Frauen und Mädchen mehr in Deutschland als Ende 2021, während die Zahl der in Deutschland lebenden ukrainischen Männer und Jungen um 248.000 zunahm.
Bevölkerungszuwächse in dieser Größenordnung sind laut Destatis seit der deutschen Wiedervereinigung nur zweimal zu verzeichnen: 1992 um 700.000, mit der Öffnung der Grenzen in Osteuropa und dem Jugoslawienkrieg, und mit einem Flüchtlingszuzug 2015 um 978.000. Die gesamte Nettozuwanderung in der ersten Hälfte dieses Jahres betrug rund eine Million Menschen, siebenmal so viel wie im gleichen Zeitraum im Jahr 2021, der 134.000 Menschen betrug. (ef)



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