Deutschland mangelt es an Fachkräften; Der Sektor, der am meisten gelitten hat, ist wahrscheinlich dieser Sektor Alten- und Krankenpflege. Allerdings wird es immer schwieriger, Stellen in anderen Branchen zu besetzen, beispielsweise in den sozialen Berufen, im Bildungswesen, im Handwerk, in der Metallverarbeitung, in der Elektrizitätswirtschaft und in der Computerbranche.
Nach Angaben des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung, einem Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, gab es im Jahr 2022 in Deutschland 632.488 offene Stellen, die nicht durch Arbeitslose mit entsprechender Qualifikation besetzt werden konnten. Das Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ist in den letzten Jahren gewachsen.
Durch den Abbau von Hürden will die Koalitionsregierung die verlorene Zeit bei der Rekrutierung von mehr Fachkräften aus dem Ausland aufholen. Im Parlament wird über ein moderneres Fachkräfteeinwanderungsgesetz debattiert, um die Einwanderung zu erleichtern Facharbeiter aus Ländern außerhalb der Europäischen Union.
Es besteht keine Notwendigkeit, die Staatsbürgerschaft des Herkunftslandes aufzugeben
Die Bundesregierung hat außerdem wesentliche Merkmale genehmigt neues Staatsbürgerschaftsgesetz. Künftig soll eine Einbürgerung nach fünf Jahren statt nach acht Jahren möglich sein, in manchen Fällen sogar nach drei. Darüber hinaus besteht keine Notwendigkeit mehr, wie bisher auf die bisherige Staatsangehörigkeit zu verzichten.
Priyanka Mane, 29, kam 2016 nach Deutschland. Sie schloss ihr Masterstudium der Wirtschaftsinformatik in Nürnberg ab und ist derzeit IT-Produktmanagerin bei einem Automobilkonzern. Mittlerweile hat er mehr als 160.000 Follower auf Instagram und berät Arbeitssuchende in Deutschland, vor allem aus Indien, aber auch beispielsweise aus Afrika oder den Philippinen. Mane füllt die Lücke, denn viele Informationen sind für Ausländer schwer zugänglich. Beispielsweise welche Berufe in Deutschland gefragt sind, wie sie bezahlt werden, wie Lebensläufe für Arbeitgeber in Deutschland gestaltet sein sollten oder welche Abschlüsse anerkannt werden. Zudem sind viele Informationen nur auf Deutsch verfügbar.
Visa sind neben dem Erlernen der Sprache und der Anerkennung von Abschlüssen eine der größten Hürden für qualifizierte Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern. Der Prozess ist kompliziert und langwierig und kann sowohl Fachleute als auch Unternehmen abschrecken.
„Handwerk bietet Zukunft“ (HabiZu), gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, ist ein solches Projekt, das Kleinunternehmen beispielsweise bei der Anwerbung von Arbeitskräften aus Bosnien und Herzegowina unterstützt. Ralf Meier, der das Projekt bei der Bauorganisation „Sequa“ leitet, erklärt einen der Vorteile dieser Hilfe: „In einem kleinen Handwerkerbetrieb ist es niemandem möglich, Kontakt zu einem Drittland außerhalb der EU aufzunehmen.“
Wertvolle Ersthilfe durch einen Integrationsberater
Im HabiZu-Projekt begleitet „Sequa“ den gesamten Rekrutierungsprozess und kooperiert mit den Arbeitsagenturen Bosnien und Herzegowinas und der Bundesagentur für Arbeit. Die Projektteilnehmer erhalten Fördermittel für Deutschkurse in ihren Heimatländern, es wird ermittelt, inwieweit ihre Berufsausbildung in Deutschland anerkannt werden kann und sie mit Unternehmen kooperieren.
In Deutschland unterstützen Integrationsberater sie bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche und mehr. „Eine Wohnung zu finden ist zum Beispiel für den Normalbürger schon schwierig“, erklärt Meier. „Gerade für diejenigen, die aus dem Ausland kommen, ist das Einkommen natürlich zunächst nicht groß.“
Meier kommt zu dem Schluss: „Wir haben gelernt, dass die Fachkräfteeinwanderung nicht so einfach ist, wie viele denken.“ Es stimmt, dass viele Menschen auf der ganzen Welt daran interessiert sind, einen guten Job zu finden, vielleicht auch in Deutschland. Doch es gibt vielerorts Schwierigkeiten, Investitionen sind oft frühzeitig nötig.“
(jung/ct)



„Would-be music lover. Writer. Enthusiastic beer connoisseur. Award-winning reader. Social Media Scientist. Hipster friendly food expert.

