Deutschland: Tanken „schneller als erwartet“

BERLIN: Die Gasreserven in Deutschland füllen sich „schneller als erwartet“, trotz eines drastischen Rückgangs der russischen Lieferungen, begrüßte die Regierung am Sonntag, die damit rechnet, ihr Oktoberziel Anfang September zu erreichen.

„Trotz schwieriger Umstände (…) füllt sich der Speicher schneller als erwartet“, sagte Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck in einer Mitteilung.

Das für Oktober festgelegte Einlagenziel der Regierung von 85 % „sollte bis Anfang September erreicht werden“, erläuterte sein Ministerium.

Die Gasreserven erreichen derzeit 82 Prozent ihrer Kapazität, fügte er hinzu.

Auch Mitte August äußerte sich die Netzagentur, die Energieregulierungsbehörde, skeptisch, ob das Land dieses Ziel erreichen kann.

Doch die in den vergangenen Wochen von Berlin ergriffenen „Vorsorgemaßnahmen“ – insbesondere Energieeinsparungen – und die „massiven Gaseinkäufe“ anderer Versorger hätten „deutliche Fortschritte“ ermöglicht, so die Regierung.

Deutschland ist stark auf russisches Gas angewiesen und seine Lieferungen sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine stark zurückgegangen.

Die Gasflüsse sind auf 20 % der Hauptpipelinekapazität von Nord Stream gesunken, wobei die Europäische Union Moskau beschuldigt, Energie als „Waffe“ in dem Streit einzusetzen.

Angesichts des Risikos von Engpässen hat Berlin im Juli eine Reihe von Zielen festgelegt, wonach die Gasvorräte bis zum 1. November, also vor Beginn des Winters, 95 % erreichen sollen.

Zu diesem Zweck hat die Regierung eine Reihe von Maßnahmen zur Ressourceneinsparung ergriffen, darunter eine verstärkte Nutzung von Kohle, einen geringeren Verbrauch öffentlicher Gebäude und Anreize für Unternehmen.

Berlin hat außerdem außergewöhnliche 1,5 Milliarden Euro ausgegeben, um verflüssigtes Erdgas (LNG) zu kaufen, um seine Versorgung sicherzustellen, insbesondere aus Katar und den Vereinigten Staaten.

Erfolgsstrategie: „Wir haben es geschafft, den größten Teil des russischen Gases zu ersetzen“, sagte Mr. Habeck.

Mittelfristig sind fünf LNG-Terminalprojekte für das Land geplant, um Ressourcen direkt aus dem Meer zu importieren.

Die erste soll in diesem Winter im Nordseehafen Wilhelmshaven in Betrieb gehen.

Lora Kaiser

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