Deutschland setzt Zertifizierungsverfahren für Gaspipeline Nord Stream 2 aus | Welt | DW

„Die Betreiberzertifizierung der Gaspipeline Nord Stream 2 kommt nur in Betracht, wenn der Betreiber eine dem deutschen Recht entsprechende Rechtsform annimmt“, heißt es in der Stellungnahme der Bundesnetzagentur am Dienstag (16.11.2021).

Die Pipeline transportiert russisches Gas über Deutschland, über die Ukraine, direkt nach Westeuropa und ist von heftigen Kontroversen umgeben, mit anfänglichem Widerstand aus den Vereinigten Staaten, die im vergangenen Juli grünes Licht für den Schutz der ukrainischen Energieversorgung gegeben haben.

Die Behörde wies darauf hin, dass das Unternehmen Nord Stream 2AG mit Sitz in der Schweiz beschlossen hat, eine Tochtergesellschaft nach deutschem Recht zur Bewirtschaftung des deutschen Gasleitungsabschnitts zu gründen, die in diesem Fall die Anforderungen des Energiewirtschaftsgesetzes für eine unabhängiger Betreiber. .

Die Bundesnetzagentur fügte hinzu, dass der Zertifizierungsprozess ausgesetzt werde, bis das Unternehmen die Übertragung von Vermögenswerten und Personal an die deutsche Tochtergesellschaft abgeschlossen habe.

Nach Abschluss dieses Verfahrens prüft die Agentur die eingereichten Unterlagen des in Deutschland ansässigen Unternehmens als neuer Antragsteller.

Bei Vorliegen aller Voraussetzungen hat die Agentur eine Frist von vier Monaten, um eine Entscheidung zu erarbeiten, die nach Gemeinschaftsrecht an die Europäische Kommission zur Stellungnahme übermittelt wird.

Die Stellungnahme schließt mit dem Hinweis, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Europäische Kommission (EC) über die Entscheidung zur Einstellung des Verfahrens im Voraus informiert wurden und die Europäische Kommission auch interessierten Kreisen vor der Veröffentlichung mitgeteilt hat.

In diesem Jahr hat sich die Bundesnetzagentur geweigert, die Pipeline von der geänderten EU-Gasrichtlinie, auch bekannt als Drittes Energiepaket, freizustellen.

Der Pipeline-Betreiber legte im Juni bei einem deutschen Gericht Berufung gegen die Entscheidung ein, die von der deutschen Behörde genehmigt wurde.

Nord Stream 2, dessen Bau im vergangenen August abgeschlossen wurde, soll russisches Gas entlang des Ostseebodens über die Ukraine nach Deutschland transportieren.

CP (effe, afp)

Lora Kaiser

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