Deutschland sagt, Russlands Ölembargo stehe unmittelbar bevor

Ein europäisches Embargo für russisches Öl könne „innerhalb weniger Tage“ erfolgen, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, obwohl er einräumte, dass die Maßnahme innerhalb der Europäischen Union (EU) noch nicht vereinbart worden sei.

„Nur wenige Staaten, allen voran Ungarn, machen Probleme“, sagte Habeck am Montagabend dem ZDF. Aber „die Diskussionen gehen weiter“ und „ich denke, wir werden in ein paar Tagen einen Durchbruch schaffen.“

Die Europäische Union hat einen Importstopp für russische Kohle für kommenden August angekündigt, ein Ölembargo bis Ende des Jahres wird aber noch diskutiert.

„Embargo droht“sagte Habeck und betonte, dass europäische Sanktionen einstimmig beschlossen werden müssen.

Ungarn lehnt sechstes Sanktionspaket ab

Ursprünglich sollte Brüssel die Einfuhr von russischem Rohöl und raffinierten Produkten innerhalb von sechs Monaten bis Ende 2022 stoppen.

Doch Ungarn hat das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagene sechste Sanktionspaket wegen fehlender Garantien für die Aufrechterhaltung seiner Versorgung abgelehnt.

Auch der ungarische Ministerpräsident Victor Orban, der trotz seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin bisher alle europäischen Sanktionen unterstützt hat, ist besorgt über steigende Preise.

Als Binnen- oder Binnenland ist Ungarn auf Öl angewiesen, das über die Druschba-Pipeline aus Russland eingeführt wird.

Ungarn fordert mindestens vier Jahre und fast 800 Millionen Euro

Budapest beantragte eine Ausnahmeregelung für Lieferungen über diese Route, die einen Bruchteil der europäischen Käufe ausmacht: 0,7 von 2,8 Millionen Barrel pro Tag.

Die Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik angebotene Verlängerung um zwei Jahre wurde von der ungarischen Regierung als unzureichend erachtet.

Ungarn hat mindestens vier Jahre und fast 800 Millionen Euro an EU-Mitteln beantragt, um die Raffinerie anzupassen und die Kapazität der aus Kroatien stammenden Adria-Gaspipeline zu erhöhen.

Seit dem Einmarsch in die Ukraine bemüht sich die EU auch, ihre Abhängigkeit von russischem Gas rasch zu verringern.

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Ricarda Lange

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