(Frankfurt) Deutschlands Finanz- und Außenminister haben sich am Sonntag gegen ein Verbot von Gas-, Öl- und Kohleimporten aus Russland im Rahmen neuer Sanktionen im Zusammenhang mit dem Einmarsch in die Ukraine ausgesprochen.
Aktualisiert am 6. März
„Wir müssen (Sanktionen) auch mal standhalten können“, sagte Diplomatiechefin Annalena Baerbock der ARD. „Es bringt nichts, wenn wir in drei Wochen feststellen, dass wir nur noch wenige Tage Strom in Deutschland haben und wir deshalb diese Sanktion kündigen müssen. »
„Wir sind bereit, einen sehr, sehr hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen“, aber „wenn morgen in Deutschland oder in Europa die Lichter ausgehen, wird das die Panzer nicht aufhalten“, fügte M.ich Baerbock im Gespräch mit dem ZDF.
„Wenn diese Sanktionen diesen Krieg beenden, werde ich sie sofort ergreifen“, sagte der Minister.
Laut US-Außenminister Anthony Blinken diskutieren die Vereinigten Staaten „sehr aktiv“ über ein mögliches Verbot russischer Ölimporte.
Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner zeigte sich skeptisch.
„Wir dürfen unsere Ausdauerfähigkeit nicht einschränken“ und „ein einseitiges Brechen des Embargos würde diese Fähigkeit negativ beeinflussen“, sagte er der Zeitung. groß.
Ein solches Verbot von Gas- und Ölimporten aus Russland „würde den sozialen Frieden in Deutschland gefährden“, sagte Wirtschaftsökologieminister Robert Habeck am Freitag.
Deutschland importiert aus Russland 55 % seines Gases, 42 % seines Öls sowie seiner Kohle, eine Abhängigkeit, für die sich die Regierung seit ihrer Invasion in der Ukraine selbst kritisiert hat, deren Verringerung jedoch Jahre dauern wird.
Berlin ist nicht die einzige Hauptstadt der Europäischen Union, die sehr zurückhaltend gegenüber einem Embargo für fossile Brennstoffe aus Russland war.
Die neuen G7-Sanktionen gegen Russland dürften nun gezielt „die Oligarchen treffen“, die „von Putin profitieren“, schätzte der Finanzminister in einem ARD-Interview ein.
Die G7-Staaten kündigten am Freitag in einer Erklärung an, „neue strenge Sanktionen“ gegen Moskau verhängen zu wollen, „als Antwort auf die Aggression Russlands“ gegen die Ukraine.
„Diejenigen, die (den russischen Präsidenten Wladimir) Putin ausnutzen und den Reichtum des russischen Volkes stehlen, auch durch Korruption, können ihren Reichtum in unseren westlichen Demokratien nicht ausnutzen“, betonte Lindner.
Moskau sollte sich bereits mit strengen Maßnahmen befassen, die insbesondere darauf abzielen, das Land vom internationalen Finanzsystem zu isolieren.
Am Donnerstag nahmen die USA und Großbritannien auch neue kremlnahe Oligarchen auf, die von der Europäischen Union ins Visier genommen wurden.
Eine der offensichtlichsten Sanktionshandlungen gegen die russische Elite war am Donnerstag die Beschlagnahme einer Megayacht in Südfrankreich, die einem Unternehmen gehörte, das mit dem Chef des russischen Ölgiganten Rosneft verbunden ist.



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