„Migrationsströme ändern sich im Laufe der Zeit, abhängig von der wirtschaftlichen Situation eines Landes, aber die Gründe sind immer die gleichen: Migranten suchen nach besseren Lebensbedingungen“, sagt Daniela Hothfuss.
Kürzlich hat der Deutsche Bundestag ein neues Gesetz verabschiedet, das die Einreise von Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union erleichtern soll. Die neuen Regelungen führen Gesundheits- und Bildungskräfte auf die Liste der Mangelberufe. Die Bundesregierung schätzt, dass sie mindestens 400.000 Einwanderer braucht, um den Arbeitskräftemangel im Land zu beseitigen.
Deutschland braucht auch IT-Fachkräfte, Ingenieure, Arbeitskräfte im Gastgewerbe und in der Gastronomie. Im Innenbereich gibt es Sonderwünsche, etwa Bäcker und Metzger. Nicht alle offenen Stellen erfordern die Beherrschung der deutschen Sprache, einige Unternehmen übernehmen die Studiengebühr.
Die Pflegegruppe von Jeane Feres muss noch in diesem Jahr aufs Land umziehen. Er, ein Beamter, gab seinen Job im Landesinneren von São Paulo auf, um nach Deutschland zu gehen. „Hier gibt es viele Krankenpfleger, darunter auch viele, die nicht in den Regionen arbeiten, und ich bin sicher, dass es hier und da Arbeiter gibt“, sagte er.
Josias de Oliveira, der auch Krankenschwester ist, musste in ein anderes Land ziehen und sich verpflichten, Deutsch zu lernen. „Es ist eine Herausforderung, aber ich glaube, wenn man ein Ziel hat, wird alles einfacher“, sagte er.
Auch Ausländer müssen sich auf Vorurteile einstellen. Laut einer Umfrage unter 29.000 Einwanderern in Deutschland berichteten 37 % von Diskriminierung in Geschäften und Restaurants. Auch am Arbeitsplatz müssen Fachkräfte, die von außen kommen, um Anerkennung kämpfen.
Cátia, eine brasilianische Staatsbürgerin, die seit fast 40 Jahren in Deutschland lebt, ist Zeugin der Entwicklung des Landes bis heute. Er arbeitete als Übersetzer und Dolmetscher und verfolgte aufmerksam die schrittweise Öffnung seines Landes nach außen.
„Heute ist Deutschland viel internationaler, die Menschen sprechen auf der Straße mehr Englisch, sie haben mehr Geduld mit Ausländern als zu meiner Zeit. Zu meiner Zeit war Deutschland ein sehr traditionelles und sehr geschlossenes Deutschland“, sagt Cátia Kroll.



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