BERLIN (dpa) – Das deutsche Parlament hat am Dienstag Boris Romanchenko gewürdigt, der im Zweiten Weltkrieg mehrere Konzentrationslager der Nazis überlebt hat und letzte Woche bei einem Angriff in der ukrainischen Stadt Charkiw ums Leben gekommen ist. Er ist 96 Jahre alt.
Der Alarm des Konzentrationslagers Buchenwald teilte am Montag mit, dass Romanchenko, ein Überlebender von Buchenwald sowie der Lager Peenemünde, Dora und Bergen-Belsen, am Freitag getötet wurde. Nach Angaben seines Enkels wurde das Hochhaus, in dem er lebt, von einer Kugel getroffen.
Romanchenko widmete sich der Bewahrung der Erinnerung an die von den Nazis begangenen Verbrechen und wurde Vizepräsident des Buchenwald-Dora International Committee, fügte er hinzu.
Zu Beginn der Bundestagssitzung am Dienstag hatte die stellvertretende Bundestagssprecherin Katrin Göring-Eckardt Romanchenko vorgeladen.
Er wurde 1942 als Zwangsarbeiter nach Dortmund gebracht und nach einem Fluchtversuch 1943 in ein Konzentrationslager gebracht. 1941 überfiel Nazideutschland die Sowjetunion.
„Sein Tod erinnert uns daran, dass Deutschland gegenüber der Ukraine eine besondere historische Verantwortung trägt“, sagte Göring-Eckardt. „Boris Romanchenko war einer von Tausenden, die in der Ukraine starben. Jedes verkürzte Leben erinnert uns daran, dass wir alles tun müssen, um diesen bösartigen und völkerrechtswidrigen Krieg zu stoppen und den Menschen in und in der Ukraine zu helfen.“
Die Abgeordneten hielten eine Schweigeminute zum Gedenken an Romanchenko und andere Kriegsopfer.
Romanchenko „überlebte vier Konzentrationslager und starb im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine“, sagte Finanzminister Christian Lindner. „Ihr Schicksal zeigt uns den verbrecherischen Charakter der russischen Politik und warum Deutschland mit der Ukraine solidarisch ist, warum wir solidarisch sein müssen.“



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