Deutschland bekräftigte das Recht Israels auf Selbstverteidigung, warnte jedoch vor der Notwendigkeit, die Bevölkerung zu schützen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekräftigte das Recht Israels auf Verteidigung, bevor er an diesem Sonntag zu einem Solidaritätsbesuch nach Tel Aviv reiste, an dem auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas teilnehmen wird.

„Niemand kann Israel das Recht auf wirksame Terrorbekämpfung absprechen“, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft vor der Reise.

Steinmeier warnte jedoch auch vor der Notwendigkeit, die Zivilbevölkerung zu schützen und das humanitäre Völkerrecht zu respektieren.

„Maßnahmen, um Zivilisten aus der Schusslinie zu entfernen, sind unerlässlich. Hinzu kommt die Notwendigkeit der Versorgung mit Grundbedürfnissen. „Das fordert das humanitäre Völkerrecht und wird auch von uns in Deutschland erwartet“, sagte er.

Steinmeier sagte in seiner Botschaft, dass sein Besuch ein Zeichen der deutschen Solidarität mit Israel sei.

„Nicht nur Solidarität mit Israel als Opfer des Terrorismus, sondern auch Solidarität mit Israel, das sich selbst verteidigt“, sagte er.

Deutschland, so Steinmeier, leiste humanitäre Hilfe für Gaza und wollte bei seinem Besuch mit den israelischen Behörden darüber sprechen, wie bestimmte Produkte während der Kampfpause geliefert werden könnten.

„Für uns gibt es keine Diskussion: Jedes Leben ist gleich viel wert wie jedes andere Leben. Aus humanitärer Sicht diskriminieren wir nicht. „Unsere Solidarität gilt allen Opfern dieses Krieges“, sagte er.

„Aber politisch müssen wir differenzieren, denn der Terror, den Israel am 7. Oktober erlebte, darf sich nicht wiederholen“, fügte er hinzu.

Die derzeitige Einstellung der Kampfhandlungen, warnte Steinmeier, bringe nicht automatisch Frieden und Frieden könne nicht anhalten, solange die Hamas eine Bedrohung für Israel bleibe.

„Es gibt nur einen Ausweg mit einer Politik, die auf zwei Prinzipien basiert: mehr Sicherheit für Israel und gleichzeitig Zukunftsperspektiven für Palästina“, sagte er.

Dies, so der Bundespräsident, zwinge uns dazu, zur Idee zweier Staaten zurückzukehren, auch wenn die Geschichte dieser Idee in den letzten Jahren vor allem eine Geschichte verpasster Chancen sei.

Steinmeier hingegen zeigte sich „sehr froh“ über die Freilassung einiger Geiseln und warnte, dass die Kämpfe nur dann aufhören könnten, wenn alle Geiseln befreit seien.

Friederic Beck

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