Deutsches Startup schickt weitere Drohnen in die Ukraine | Europa | DW

Kampfpanzer und Aufklärungsdrohne: Die Ukraine erhält bald beides aus Deutschland. Dies wurde letzte Woche am selben Tag bekannt gegeben. Und so kam es, dass die Nachricht aus Berlin über die dort endlich getroffene Entscheidung, die ukrainische Armee mit den Kampfpanzern Leopard 2 zu beliefern, die Nachrichten aus München übertrumpfte. Es heißt, das junge Unternehmen Quantum-Systems habe vom ukrainischen Verteidigungsministerium einen zweiten, weitaus größeren Auftrag für seine Vector-Drohne erhalten, und die Bundesregierung werde die Lieferung finanzieren.

Die Drohne Vector kostet 180.000 Euro

Die Aufklärungsdrohne Vector hat sich im Ukrainekrieg bewährt. Wenn Kyiv Anfang August letzten Jahres 33 davon bestellte, wurden jetzt, fünf Monate später, 105 weitere bestellt. Aber die eigentliche Feuerprobe fand noch früher statt. Anfang 2022 sagte Florian Seibel, Mitbegründer und CEO von Quantum-Systems, gegenüber deutschen Medien, ein ukrainischer Milliardär habe ihn kontaktiert, um Drohnen für das Militär seines Landes zu kaufen, und mehrere andere Oligarchen seien seinem Beispiel gefolgt.

Daher wurde der Drohnenvektor in der Ukraine bereits zu einem Zeitpunkt eingesetzt, als viele deutsche Politiker noch ernsthafte Zweifel an der Sinnhaftigkeit einer Waffenversorgung der Ukraine hatten. Aber auch Drohnen sind keine Waffen, was die damalige ausdrückliche Ausfuhrgenehmigung des Bundesfinanzministeriums erklärt. Dieses 1,63 Meter lange, elektrische, unbemannte Luftfahrzeug (UAS) in Propellerform mit vertikalem Start und einer Spannweite von 2,8 Metern dient der Luftaufklärung. Es hat eine Flugreichweite von 120 Minuten und kann Videos und Daten aus einer Entfernung von bis zu 30 Kilometern übertragen, was der Reichweite vieler Artilleriegeschütze entspricht.

Ukrainische Soldaten an vorderster Front mit Aufklärungsdrohnen von Vector.

Ukrainische Soldaten an vorderster Front mit Aufklärungsdrohnen von Vector.

Jeder kostet 180.000 Euro. Damit zahlt die Bundesregierung knapp 20 Millionen Euro für das aktuelle Folgeersuchen des Verteidigungsministeriums der Ukraine. Auf die Frage, warum die Vector so teuer sei, antwortete Florian Seibel im Gespräch mit der DW, dass sie eigentlich im unteren Preissegment angesiedelt sei, weil militärische Aufklärungsdrohnen von israelischen und amerikanischen Konkurrenten deutlich teurer seien. : „Da ist viel militärische Technologie eingebaut: spezielle Antennen, Nachtsichtgeräte, Infrarotkameras, abhörende Datenverbindungen.“ Und fast jahrzehntelange Programmentwicklungsarbeit, zum Beispiel in Sachen Steuerung und Navigation.

Riesige Nachfrage nach deutschen Aufklärungsdrohnen

Zunächst hatte Florian Seibel jedoch nicht die Absicht, das Militär zu beliefern, sondern konzentrierte sich zunächst ausschließlich auf die Entwicklung, Konstruktion und Produktion von kleinen UAS für den kommerziellen und zivilen Bereich.

Die Besonderheit des Projekts besteht laut ihm darin, dass „es oft Entwicklungen für den militärischen Bereich gibt, die dann ihren Weg in die zivile Welt finden. In diesem Fall machen wir das Gegenteil und stellen unsere Technologie dem Militär kommerziell zur Verfügung. Sie können zum Beispiel unser System in nur wenigen Stunden erlernen.“ Der Vector startet 2020 in die Massenproduktion. Mit dem Einsatz in der Ukraine im Frühjahr 2022 setzt das Münchner Startup erstmals Drohnen für militärische Zwecke ein und so weiter Lieferungen in die Ukraine haben auch bei anderen Soldaten Interesse an dieser Aufklärungsdrohne geweckt, inzwischen haben Bundeswehr, US Army und Dutch Army Bestellungen aufgegeben.

(gg/cp)

Rafael Schröder

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