Deutsche Unternehmen denken angesichts der steigenden Energiepreise über eine Verlagerung nach

Von Riham Alkousaa, John O’Donnell und Patricia Weiss

BERLIN, 10. Oktober – Deutschlands 200-Milliarden-Euro-Energiehilfepaket wird den Unternehmen nur begrenzte Hilfe bieten und dürfte Unternehmen, die bereits nach günstigeren Produktionsstandorten im Ausland suchen, wahrscheinlich nicht abschrecken.

Die Bundesregierung hat im vergangenen Monat ihr Energiehilfepaket vorgestellt, das unter anderem eine Senkung der Gaspreise und eine Senkung der Kraftstoffumsatzsteuer vorsieht, um Haushalten sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Bewältigung steigender Preise zu helfen.

„Das vorgeschlagene Energiehilfepaket wird nichts an der aktuellen Agenda ändern. Wir müssen noch nach Alternativen suchen“, sagte Mads Ryder, CEO des bayerischen Porzellanherstellers Rosenthal, gegenüber Reuters.

Das vor 143 Jahren in Deutschland gegründete Unternehmen hat die Möglichkeit geprüft, einen Teil seiner Produktion außerhalb Deutschlands zu verlagern, um Kosten zu senken, und Ryder sagte, die Gasbremspläne seien noch zu offen, um Rosenthal davon zu überzeugen, seine Pläne zu überdenken.

Diese Woche will die Bundesregierung Details zur Benzinpreisbremse und weitere Aspekte des Hilfspakets bekannt geben, das bis zum Frühjahr 2024 läuft.

Die hohen Lohn- und sonstigen Kosten in Deutschland haben dazu geführt, dass viele Unternehmen ihre Aktivitäten teilweise oder vollständig an günstigere Standorte in Entwicklungsländern in Europa und anderswo verlagern oder darüber nachdenken.

Lars Feld, Wirtschaftsberater des deutschen Wirtschaftsministers Christian Lindner, sagte, die Energiekrise – die zu einem Anstieg der Gaspreise nach einem Zusammenbruch der russischen Gaslieferungen nach Europa seit der russischen Invasion in der Ukraine geführt habe – bringe Entscheidungen wie diese an einen kritischen Punkt.

„Die Branche, die über einen Umzug nachdenkt, wird nun abwarten, wie die Energiepreisbremse funktioniert. Das ist ein wichtiger psychologischer Impuls. Aber wir werden nicht zu den Energiepreisen wie vor dem (Ukraine-)Krieg zurückkehren können“, sagte Feld .

Da deutsche Hersteller mit bis zu zehnmal höheren Energierechnungen konfrontiert sind als noch vor zwei Jahren, erwägt laut einer Umfrage der deutschen Gewerkschaft IG Metall jedes fünfte Maschinenbauunternehmen das Risiko, zumindest einen Teil seines Geschäfts ins Ausland zu verlagern.

Hohe Energiepreise trugen dazu bei, dass die Verbraucherinflation in Deutschland im September auf 10,9 % stieg, den höchsten Stand seit mehr als einem Vierteljahrhundert, was wiederum Druck auf die Löhne ausübte und die Arbeitskosten erhöhte.

Lora Kaiser

"Unternehmer. Preisgekrönter Kommunikator. Autor. Social-Media-Spezialist. Leidenschaftlicher Zombie-Praktiker."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert