Deutsche Polizei untersucht Explosion in traditionellem linken Parteibüro | Welt

Die Polizei in der westdeutschen Stadt Oberhausen hat am Dienstag den Ort einer Explosion im örtlichen Büro der Linkspartei (Die Linke) nach Hinweisen auf einen mutmaßlichen Angriff durchsucht.

Parteimitglieder glauben, dass hinter der Explosion eine rechte politische Motivation steckte. Die Polizei sagte, sie suche nach allen möglichen Spuren. „Wir schließen politische Beweggründe nicht aus, können sie aber auch nicht bestätigen“, schrieb die Agentur in einer Erklärung.

Die Explosion ereignete sich in den frühen Morgenstunden des Dienstags, zerschmetterte Fenster und beschädigte neben dem Parteibüro selbst auch nahe gelegene Geschäfte, darunter einen Friseursalon und ein Reisebüro. Die Explosion war so stark, dass das Glas auf der anderen Straßenseite zerschmettert wurde. Niemand wurde verletzt.

Die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen, in dem Oberhausen liegt, sagte in einer Erklärung, dass eine forensische Untersuchung mit Hilfe von Sprengstoffexperten im Gange sei.

Außerdem ist die Sicherheitsabteilung des Bundeskriminalamts (BKA) in die Ermittlungen eingebunden, as Es besteht der Verdacht einer möglichen politischen Motivation.

Laut der deutschen Nachrichtenagentur DPA berichteten ermittlungsnahe Kreise, dass Hinweise auf Sprengkörper gefunden worden seien. Das wären „unkonventionelle Brand- und Sprengkörper“, die unter anderem mit „Sofortsprengstoffen“, wie sie in Feuerwerkskörpern enthalten sind, aufgebaut sind.

Warum wurde die Partei zur Zielscheibe?

In einer Erklärung auf Facebook sagte Yusuf Karacelik, Vorsitzender der Partei Die Linke in Oberhausen, er glaube, es handele sich um einen „gezielten Angriff von rechts“.

„In der Vergangenheit wurden auf unserem Gelände Aufkleber des Neonazi-Spektrums sowie vereinzelte Drohbriefe geklebt“, sagte er.

Gegenüber DPA bestätigte Karacelik auch, dass die Polizei nach möglichen Verbindungen zur Teilnahme der Partei an Demonstrationen in Berlin gegen die deutsche Wiederaufrüstung nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine gefragt habe.

Auch die Bundesvorsitzende der Linken, Janine Wissler, sagte, sie glaube an rechte politische Beweggründe.

Mit der ehemaligen DDR verbundene Parteien

Die Partei ist die linksextreme Macht im Bundestag und hält 39 der 736 Sitze, nachdem sie bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr 4,9 % der Stimmen erhalten hatte.

Das Akronym wurde 2007 gegründet, als verärgerte Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und Gewerkschaften einen Deal mit Postkommunisten in der ehemaligen DDR schlossen.

Die Tatsache, dass einige Parteimitglieder Teil der Sozialistischen Einheitspartei (SED) sind, die die ostdeutsche Diktatur führt, hat viele deutsche Wähler – vor allem die älteren – abgeschreckt.

Während die Partei Russlands Invasion in der Ukraine verurteilte, machten Minderheiten innerhalb der Partei die Nato-Erweiterung in Osteuropa für den Krieg verantwortlich. Vor den Bundestagswahlen 2021 hat die Partei angekündigt, die Nato durch ein kollektives Sicherheitssystem mit Russland ersetzen zu wollen. Außerdem forderte sie ein Ende aller Auslandseinsätze der Bundeswehr und einen Stopp aller Rüstungsexporte durch Deutschland.

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Ricarda Lange

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