Die 96-jährige Deutsche Irmgard Furcher sollte am Morgen des 30. September vor einem Gericht im norddeutschen Itzehoe erscheinen, sie floh jedoch. Der Fall betrifft die Beteiligung an den Morden an mehr als 11.000. die sich zwischen 1943 und 1945 im KZ Stutthof ereigneten.
B. der am Verhandlungstag geflohene Sekretär des KZ-Kommandanten wurde von der Polizei gefunden
Furchner lebt in einem Pflegeheim in der Nähe von Hamburg. Morgens nimmt er ein Taxi zum Bahnhof Meter Norderstedt – nördlich der Stadt. Dann ist er verschwunden.
– Der Angeklagte verließ das Haus in den frühen Morgenstunden und nahm ein Taxi zu einem unbekannten Ort – sagte er der Agentur Reuters Gerichtssprecherin Frederike Milhoffer.
Wenige Stunden später wurde die Frau festgenommen. Derzeit prüfen Ärzte, ob sein Gesundheitszustand eine Festnahme zulässt.
Die nächste Anhörung ist für den 19. Oktober geplant. Bis Furchner persönlich vor Gericht erscheint, können die Anklagepunkte nicht verlesen werden.
Irmgard Furchner hat den vom Kommandanten diktierten Hinrichtungsbefehl kopiert
Ein Amtsgericht im norddeutschen Itzehoe entscheidet über die Beteiligung einer deutschen Frau an der Ermordung von mehr als 11.000 Menschen. Der Prozess hatte auch symbolischen Charakter, denn er begann am Vorabend des 75. Jahrestages der Verurteilungen gegen prominente NS-Verbrecher in Nürnberg.
Irmgard Furchner, 96, die während des Zweiten Weltkriegs Sekretär des Kommandanten des deutschen Konzentrationslagers Stutthof war, sagte, er wisse nichts von den dort begangenen Verbrechen. Allerdings musste die Frau laut Reuters unter Berufung auf Informationen des „Spiegel“ einen vom Lagerkommandanten Paul Wetner Hoppe diktierten Hinrichtungsbefehl niederschreiben.
– Die Beteiligung von Frauen am System des Dritten Reiches wird bis heute vernachlässigt. Tausende deutsche Frauen hätten unterdessen eine Rassenselektion getroffen und mit der Gestapo kooperiert, sagte Niklas Frank, der in Itzehoe lebt, Sohn eines Nazis, der für den Tod Tausender Polen verantwortlich ist. Deutschlands Justizgeschichte sei voll von „verschenkten Chancen“, um diese Frauen vor Gericht zu stellen.



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