Der 78-jährige ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl, der 2001 seine Frau Hannelore verlor, habe letzte Woche unter strengster Privatsphäre in Heidelberg (Südwestdeutschland) erneut geheiratet, teilte sein Büro am Dienstag in Berlin mit und bestätigte Presseinformationen.
Am 8. Mai habe er seine Lebensgefährtin Maike Richter, 44, in der Universitätsklinik Heidelberg geheiratet, wo er sich nach einem Unfall in der Rehabilitation befinde, wie die Tageszeitung Rheinpfalz am Dienstag verriet.
„Wir freuen uns sehr“, sagte der Altkanzler in einer kurzen dreizeiligen Pressemitteilung seines Büros.
Der Kanzler, der katholisch ist, habe in der Kapelle der Klinik standesamtlich und kirchlich geheiratet, sagte ein Sprecher.
Bei den Zeugen handelte es sich um den ehemaligen audiovisuellen Magnaten Leo Kirch, der seit langem mit der konservativen Christlichen Union (CDU-CSU) verbunden ist, und den Chefredakteur der auflagenstarken konservativen Tageszeitung Bild Zeitung, Kai Diekmann.
Der Architekt der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990, Helmut Kohl, befindet sich seit seinem Sturz Ende Februar, der ein Kopftrauma verursachte, in Rehabilitation.
Über den Ernst seines Gesundheitszustands kursierten widersprüchliche Gerüchte. Er hatte eine Sprachbehinderung, die es ihm praktisch unmöglich machte, zu telefonieren. Allerdings betonte sein Sprecher im April, dass seine Wiederverheiratungspläne ein Zeichen dafür seien, dass er sich von seinem Unfall gut erholt habe: „Wir können klar sagen, dass die Tendenz steigend ist, dass es von Tag zu Tag besser wird“, sagte Ulrich Pohlmann.
Helmut Kohl gehe es besser, er müsse aber noch einige Zeit auf einer Reha-Station bleiben, sagte sein Sprecher am Dienstag.
Vier Jahre nach dem Selbstmord seiner Frau Hannelore im Jahr 2001 lernte der konservative Altkanzler seine neue Lebensgefährtin kennen, eine Ökonomin im Bundeswirtschaftsministerium.
Seit 2005 ist die Beziehung formalisiert und Frau Richter hat den Altkanzler beispielsweise bei Besuchen bei den ehemaligen sowjetischen und amerikanischen Präsidenten Michail Gorbatschow und Bill Clinton begleitet.
Hannelore Kohl, deren ehemalige Kanzlerin zwei Söhne, Walter und Peter, hatte, beging im Juli 2001 Selbstmord, um ihr Leiden im Zusammenhang mit einer schweren und seltenen Lichtallergie zu beenden. Dies geschah nach einer Behandlung mit Penicillin, die ihn dazu zwang, sich vor Licht zu verstecken. Dieser Selbstmord löste in Deutschland nationale Aufregung aus.
Helmut Kohl behauptet, dank seiner neuen Partnerin nach mehreren schwierigen Jahren die „Lebensfreude“ wiedergefunden zu haben.



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