Der Bundesrat hat sich in seiner heutigen Freitagssitzung (06.10.2022) darauf geeinigt, das Grundgesetz zu ändern und an den von Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeschlagenen 100.000-Millionen-Euro-Sonderposten zu knüpfen, um die Kapazitäten zu erhöhen und bessere Formen des Bundes aufzurüsten Die Streitkräfte sind die wichtigste Wirtschaftsmacht Europas.
Einen Sonderfonds für die Bundeswehr kündigte Scholz nur wenige Tage nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine an, einem Angriff, den der deutsche Staatschef als „Wendepunkt in der Geschichte“ bezeichnete. Die Änderungen waren notwendig, um große Militärinvestitionen durch Kredite zu finanzieren. Das deutsche Grundgesetz begrenzt in der Regel die Höhe der Neuverschuldung eines Staates.
Der Vorschlag hatte nach einer Einigung zwischen den Mitte-Links-Koalitionsparteien und der konservativen Opposition zuvor auch die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Unterhaus oder Bundestag gewonnen. Das Geld soll für den Kauf besserer Ausrüstung und ausschließlich für die Ausrüstung der Bundeswehr verwendet werden und nicht für die Cyber-Abwehr, wie die Grünen fordern. Der Betrag dafür wird aus normalen Haushaltsposten kommen.
Erbe des Zweiten Weltkriegs
Auf diese Weise kann die Bundesregierung nun den notwendigen Kredit vergeben, der die Schuldenbremse nicht berücksichtigen würde. Geplant sind unter anderem die Anschaffung von F-35- und Eurofighter-Kampfflugzeugen und schweren Transporthubschraubern Chinook für die Luftwaffe, eine neue Korvette für die Marine sowie ein Nachfolger des Schützenpanzers Marder und des Truppentransporters Fuchs.
Das Erbe des Zweiten Weltkriegs und Nazideutschlands hat traditionell das Wachstum und die Modernisierung der Streitkräfte gebremst, aber die politische Klasse besteht jetzt darauf, ihre Positionen zu ändern, insbesondere angesichts des Krieges Russlands gegen die Ukraine. Deutschland wurde von seinen NATO-Verbündeten, insbesondere den Vereinigten Staaten, dafür kritisiert, dass es seine Verpflichtungen, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für sein Militär auszugeben, nicht einhält.
DZC (dpa, EFE)



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