Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hat Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag zum Rücktritt aufgefordert. Lambrecht ist wie Scholz Mitglied der SPD, der Mitte-Links-Partei, die zusammen mit den Grünen und der (liberalen) FDP die deutsche Koalitionsregierung führt.
„Heute habe ich die Bundeskanzlerin gebeten, mich als Bundesverteidigungsminister abzusetzen“, sagte er in einer Erklärung.
„Fokus von Durchschnitt in mir lässt es in den letzten Monaten praktisch keine sachlichen Einschätzungen und Diskussionen über die Bundeswehr, über die Bundeswehr und über die Sicherheitspolitik im Sinne der deutschen Bürger zu“, beklagte Lambrecht, zitiert von deutschen Zeitungen Süddeutsche Zeitung.
Der Minister steht seit Monaten in der Kritik der Opposition. Insbesondere die CDU beklagte ihre Unfähigkeit und ihren Mangel an Wissen, die Bundeswehr im Rahmen der historischen Entscheidung der Bundesregierung, die Investitionen in die Bundeswehr zu erhöhen und einen 100-Milliarden-Euro-Fonds einzurichten, als Reaktion auf den russischen Einmarsch in Deutschland zu reformieren und zu stärken Ukraine.
Diese Kritik eskalierte scharf, als der Infanterie-Kampfpanzer Puma – der Teil des deutschen Beitrags zur neuen schnellen Eingreiftruppe der NATO war – bei einer Ende des Jahres stattfindenden Militärübung auf Probleme stieß und funktionsunfähig wurde.
Außerdem ist der 57-jährige Lambrecht wegen eines Videos, das er an Silvester gedreht hat, unter Beschuss von deutschen Boulevardzeitungen geraten, in dem er deutschen Soldaten dankt und über die „Herausforderungen“ des Krieges spricht, während er sich selbst dafür gratuliert 2022 „wirklich interessante“ Menschen treffen.
Die Vermischung des ernsten Themas mit persönlichen Themen und die Tatsache, dass das Video ein Feuerwerk als Hintergrundgeräusch hat, führten zu Vorwürfen der Gefühllosigkeit und erhöhtem Mediendruck auf den Minister.
Lambrecht hatte in weniger als einem halben Jahr bei der Regierung für Eklat gesorgt, als er mit seinem 21-jährigen Sohn nach einem Besuch bei einem Bataillon im Norden des Landes auf die Insel Sylt fuhr – mit einem Heereshubschrauber für einen Einsatz Toilettengang.
Lambrecht war Scholz‘ Stellvertreter als Bundeskanzler und hatte in der letzten Regierung von Angela Merkel derzeit das Ressort Finanzen inne, bevor er 2019 zur Justizministerin ernannt wurde.
In den Kommentaren zu Frankfurter Allgemeine Zeitung Bundeskanzler tadelte: „Dass die Bundeswehr in dieser entscheidenden Phase den Spitznamen Zeitenwende trägt [mudança de época] vom Kanzler, so schlecht geführt und vertreten, [é uma responsabilidade que] liegt beim Rektor“.
Der Verteidigungsordner ist ein robuster Ordner mit altes Problem Mangel an Investitionen und nicht betriebsnotwendigen Materialien. Zeitschrift Der Spiegel resümiert die Arbeit der letzten Ministerinnen und Minister, darunter die derzeitige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die das Ressort von 2013 bis 2019 innehatte, und die Bestnote „OK“ für Annegret Kramp-Karrenbauer.
Wer Lambrecht ersetzen wird, wird Scholz am Dienstag bekannt geben Frankfurter Allgemeine Zeitung. Es besteht Dringlichkeit, nicht zuletzt, weil am Donnerstag der Besuch des US-Verteidigungsministers Lloyd Austin in Berlin ansteht und am Freitag ein Treffen des Verteidigungsministers auf dem amerikanischen Militärstützpunkt in Ramstein zur Besprechung ansteht weitere Waffenlieferungen in die Ukraine
Zu den Favoriten für den Posten zählen laut Reuters Eva Högl (Bundeswehrbeauftragte), Lars Klingbeil (Vorsitzender der SPD), Hubertus Heil (Arbeitsminister) und Siemtje Möller (Staatssekretärin für Verteidigung).



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