


Die ersten Fahnenträgerparaden in Sapucaí und die Tragödie durch Regen und Erdrutsche in São Paulo waren in der vergangenen Woche die Themen Brasiliens in der deutschen Presse. Süddeutsche Zeitung – Schwul vor Stolz und Attacke: Anderson Morango und der Karneval in Rio (21.02.)
Vor einigen Jahren geriet die Partei ins Visier der brasilianischen Konservativen. Dass nur eine Person eine der großen Sambaschulen leitet, ist ein wichtiges Zeichen – und für manche eine Provokation.
Als Anderson Morango in den Kampf eintrat, trug sie keine Waffen, sondern einen Paillettenrock. Auf dem Kopf trägt er keinen Helm, sondern eine farbige Krone. In seinen Händen hält er kein Schwert, sondern eine Fahne, blau-weiß, die Farben von Arranco, einer der traditionellen Sambaschulen Rio de Janeiros, die mit ihren Tänzern und Festwagen gegeneinander antreten.
Anderson Morango ist der Fahnenträger. In den großen Samba-Arenen von Rio marschiert er an der Spitze seiner Truppe, eine wichtige Rolle, denn Märsche sind trotz all ihres Glanzes und Glamours ein harter Wettbewerb. Der Fahnenträger ist der Held deiner Sambaschule. Normalerweise wurden diese Rollen von eleganten Frauen gespielt, aber Morango war 1,80 m groß, kräftig und breitschultrig und offen schwul. Für Ihre Schule kann das alles ein Wettbewerbsnachteil sein. Für manche ist das in erster Linie eine Provokation.
Tagesschau.de – Erster schwuler Mann als Fahnenträger (20.02.)
In den letzten Jahren hat der Karneval in Rio unter der Diffamierung der LGBTQI-Gemeinschaft durch den ehemaligen Präsidenten Bolsonaro gelitten. Dieses Jahr ist das anders: Zum ersten Mal eröffnete ein schwuler Mann als Fahnenträger den Marsch.
Strawberry musste ihren Bauch etwas einziehen, um in ihr Höschen zu kommen. Es wird dann in einen mit Pailletten und Stickereien bedeckten Rock gewickelt. Das Bustier schnürt sich leicht auf der breiten Brust. Etwas mehr Glanz auf den Wangen, Federkrone auf dem Kopf und ein Blick auf die Uhr: Das ist schon mal ein toller Anfang.
Bald wird Anderson Morango seine Sambaschule Arranco entlang der Sapucaí, der weltberühmten Sambódromo-Straße, leiten.
Frankfurter Allgemeine Zeitung – Über 30 Tote bei Überschwemmungen und Erdrutschen (02/20)
Im Bundesstaat São Paulo, Brasilien, verursachten starke Regenfälle Überschwemmungen und Erdrutsche. Mehrere Städte riefen den Ausnahmezustand aus. Präsident Lula da Silva unterbricht seinen Urlaub und reist in das Katastrophengebiet.
Allein zwischen Samstag und Sonntag fielen in 24 Stunden gebietsweise mehr als 600 Millimeter Regen pro Quadratmeter. Dies ist die höchste jemals in der Region gemessene tägliche Niederschlagsmenge. Auch am Montag hielt der Regen an. Das Wasser spülte Bäume, Kies und Schmutz, Straßen und Stromleitungen weg.
als/lf (ots)
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