Berlin schlägt vor, die Präsenz des Patriot-Raketenabwehrsystems in Polen auszubauen

Berlin stationierte im Januar drei Patriot-Einheiten in Ostpolen, nachdem Ende 2022 ein polnisches Dorf von einer Explosion getroffen wurde, die wahrscheinlich von einer verirrten ukrainischen Flugabwehrrakete ausging.

Der Einsatz des Raketenabwehrsystems war zunächst für maximal sechs Monate in einem Land geplant, das wie Deutschland NATO-Mitglied ist.

Allerdings erklärte das deutsche Verteidigungsministerium heute, es schlage vor, dass Warschau diese Patriot-Batterien „im Sommer und möglicherweise bis zum Ende dieses Jahres“ behalten solle, berichtete die Nachrichtenagentur France Presse (AFP).

Dieselbe Quelle gab an, dass es keine Pläne gibt, diese Umsetzung über 2023 hinaus zu verlängern.

Der polnische Verteidigungsminister lehnte das deutsche Angebot zunächst ab und forderte Berlin auf, die Waffen in die Ukraine zu schicken, damit die Kiewer Streitkräfte sie gegen eine russische Invasion einsetzen könnten. Später nahm er den Vorschlag an.

Die polnische Regierung war eines der Länder, die die Ukraine am aktivsten unterstützten, seit das Nachbarland am 24. Februar letzten Jahres von Russland überfallen wurde.

Polen ist auch ein wichtiger Fluchtweg für die mehr als acht Millionen Ukrainer, die infolge des Krieges aus dem Land geflohen sind.

Deutschland, ein wichtiger Waffenlieferant für Kiew, schickte nach Konsultationen im Januar mit den USA, wo die Raketen hergestellt werden, ebenfalls Patriot-Systeme in die Ukraine.

Deutsche Truppen schulen außerdem ukrainisches Militärpersonal im Umgang mit dem Patriot-Raketensystem.

Ricarda Lange

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