Analysieren. Wahlen sind mehr als nur Frankreich

António Monteiro, der damalige Botschafter in Paris, bestand 2002 darauf, an einer Kundgebung von Jacques Chirac teilzunehmen, um zu zeigen, auf welcher Seite Portugal in der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl stand, bei der zum ersten Mal ein rechter Kandidat antrat zur Teilnahme gewählt, im Fall von Jean-Marie Le Pen. Der Diplomat suchte die Erlaubnis der damals von José Manuel Durão Barroso geleiteten portugiesischen Regierung und bekam problemlos grünes Licht. Aus Gründen, die von einwanderungsfeindlichen Diskursen bis hin zu Drohungen mit dem Austritt aus der Europäischen Union reichten, konnten die Ideale von Le Pens Vater den Portugiesen nur missfallen. Sie waren auch für die Franzosen selbst sehr unangenehm, da Chirac mit 82 % wiedergewählt wurde, wobei die Stimmen seiner gallischen Unterstützer durch weitere Millionen von Linken verstärkt wurden. Die sogenannte Republikanische Front funktionierte wie erwartet und errichtete eine Barriere für langjährige extremistische Politiker.

Ricarda Lange

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